Stilleben Ökosystem, Wandel, positiver Einfluß, zuverlässig, treu, aufrichtig

Veröffentlicht am 17. Oktober 2014 | by Nadya

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Wie Du die Welt veränderst

Ich möchte Dir etwas erzählen, das mich sehr bewegt hat. Es ist eine Geschichte von … Wölfen. Ja, ich weiß, für viele nicht das spannendste Thema. Aber lies weiter, es lohnt sich. Versprochen.

1995 wurden erstmals seit 70 Jahren wieder Wölfe im Yellowstone Nationalpark angesiedelt. Es waren nur ein paar, aber innerhalb von wenigen Jahren haben sie das gesamte Ökosystem um sich herum beeinflusst.

Dadurch, dass es so viele Jahre lang keine Wölfe mehr im Yellowstone Nationalpark gab, hatte das Wild dort keinen natürlichen Feind mehr. Das ist toll für das Wild, aber nicht natürlich. Die Konsequenzen ließen nicht lange auf sich warten: Die Vegetation war eintönig geworden. Der Mensch hatte erfolglos versucht einzugreifen, bis die Wölfe kamen.
Wild steht bei Wölfen ganz oben auf dem Speiseplan, neben vielen anderen Tierarten, die sie auch zum Fressen gern haben. Dem Bestand hat das nicht geschadet, aber die Hirsche und Rehe haben ihr Verhalten der neuen Situation angepasst. War ihr Leben früher in den Tälern und Schluchten frei und unbefangen, zogen sie sich nun in das geschützte Dickicht zurück, wo sie für die Wölfe keine leichte Beute mehr waren.

Die Täler begannen sich wahrnehmbar zu verändern. Bäume schossen in die Höhe und ganze Wälder entstanden aus Pappeln, Espen und Weiden. Von ihnen fühlten sich Sing- und Zugvögel angezogen, die dort ein neues Heim fanden. Von dem Holz angelockt siedelten sich Bieber an. Die Dämme, die sie bauten, boten Lebensraum für eine Reihe anderer Tierarten: Otter, Enten, Fische, Reptilien und Amphibien. Durch die Neuansiedlung der Wölfe hatte sich aber nicht nur das Leben im und ums Wasser geändert.

Wölfe jagen auch gerne Kojoten. Sie sind, wie erwähnt, nicht mäklig. Durch weniger Kojoten gab es plötzlich mehr Hasen, Kaninchen und Mäuse; alle Futter für noch mehr Raubtiere, wie Falken, Wiesel, Dachse, Füchse, Raben und Adler. Auch die Bären vermehrten sich, nicht zuletzt wegen der deutlich gestiegenen Auswahl an Sträuchern, an denen Beeren wachsen.
Die zugezogenen Wölfe haben nicht nur die Tierwelt auf den Kopf gestellt. Selbst die Flüsse erlebten einen Wandel. Ganze Flussläufe wurden begradigt und verliefen weniger schlangenförmig. Es gab weniger Erosion, der Boden wurde also weniger abgetragen. Dadurch wurde das Flussbett enger. Die Flüsse wiesen mehr Becken auf und eine erhöhte Riffelung. Durch die neu entstandenen Wälder stabilisierten sich die Ufer der Flüsse.

Eine kleine Anzahl von Wölfen hatte Einfluss auf ein ganzes Ökosystem inklusive dessen Geographie; so, wie es natürlich vorgesehen war.

Und jetzt stell Dir vor, was Du alles beeinflussen kannst, allein dadurch, dass Du da bist. Sei ehrlich, aufrichtig, treu und zuverlässig. Der Rest kommt von allein.

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Über den Autor/en

Nadya

ist Ägyptologin, war im Fundraising und ist jetzt für Projektadministration zuständig, interessiert sich für Menschen und Kulturen, Sprachen und Geschichte. Sie beobachtet gerne ihre Umwelt und versucht das Geschehen um sie herum von einem anderen Standpunkt aus zu sehen.



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