Emha

Veröffentlicht am 1. Februar 2012 | by Emha

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Weise oder Waise?


Assalamu aleikum, während den Vorbereitungen zur Woche der Waisen, die derzeit auf Hochtouren laufen, müssen wir jede Menge Textentwürfe korrekturlesen. Vielleicht ist ein Großteil meiner Arbeit sogar das Recherchieren, Berichte lesen und Texten. Und wenn man in das Waisenthema eintaucht, dann stößt man auch auf so manches Schreibform, des Wortes das mir ein kleines Lächeln entlockt: Weise

Wie schnell geht es, dass sich ein kleiner Buchstabe vertauscht und aus dem a bei “Waise” ein e für “weise” wird. Klingen tut es schließlich gleich und für viele nicht Muttersprachler ist das “e” die angenommene richtige Schreibweise. Nun werde ich hier sicherlich keine pädagogische Abhandlung zum Thema Rechtschreibung abgeben, denn das Lächeln, das mir diese “falsche” Schreibweise entlockt ist keineswegs im überheblichen Sinne vorzustellen. Vielmehr entlockt mir das eingetauschte “e” eher das Gefühl, dass Allah (ta) uns auch in der deutschen Sprache nahe ist und uns etwas sagen möchte…

“Weise” als Substantiv bezieht sich auf die Art, etwas zu tun. In dieser oder jener Weise mache ich etwas, aber sprachwissenschaftlich ist es eng verwandt mit “Wissen”. Ich tue also etwas auf eine bestimmte Art und Weise, weil ich das Wissen dazu habe.

Gehen wir noch einen Schritt weiter und beziehen noch das adjektiv “weise” hinzu, dann wird es noch deutlicher: Wenn jemand weise ist, dann ist er “reich an Wissen und Lebenserfahrung”. Meist verbindet man mit dieser Beschreibung jemanden, der alt ist und wegen seines Wissens, seiner Erfahrung und den Rat, den man sich bei ihm oder ihr holen kann, einen hohen Rang in der Gesellschaft genießt: Jeder kennt den Begriff “ein weiser Mann”.

Mit diesen e-Wortbedeutungen wird also das a-Wort “Waise”, bedeutend ein Kind, das keine Eltern mehr hat, gerne verwechselt. Ein kleiner Buchstabe, verbindet also ein elternloses Kind mit einer Handlung, die von Weisheit, Erfahrung und Wissen zeugt. Und dieser Gedanke bringt mich jedes mal zum Lächeln, denn diese Verbindung, darf gerne überall und ständig geschaffen werden.

Denn für Waisen da zu sein, ihnen zu helfen, sie zu fördern und ihnen mit der Hilfe der Gemeinschaft, Liebe und Schutz zu geben ist eine weise Handlung, die die Waisen mit dem Weisen bis ins Paradies verbindet.

Rufen wir also nicht nur die Woche der Waisen, sondern auch die Woche der Weisen aus – und das seid Ihr!

wa salam

Eure

Emha

 

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Über den Autor/en

Emha

Geboren 1985, als Schwester Emha spickt sie ihren Kollegen über die Schulter, erklärt Kompliziertes und Aktuelles aus dem Büroleben und wenn Unterhaltung ansteht, dann ist Emha ganz vorne mit dabei.



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