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Veröffentlicht am 26. Juni 2018 | by mh-Redaktion

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Was kostet mein Kurban?

Als muslimehelfen 1985 gegründet wurde, war es eines der  Anliegen, den Muslimen hier die Möglichkeit zu geben ihren islamischen Verpflichtungen, wie die Abgabe der Zakat oder das Schächten eines Kurbans, nachzukommen.  Über dreißig Jahre später ist das Angebot an Vereinen und Moscheen,  die sich auf die Umsetzung von Projekten dieser Art spezialisiert haben, sehr vielfältig geworden. Zu den unterschiedlichsten Preisen haben die Muslime heutzutage die Möglichkeit Kurban schächten zu lassen. Uns ist bewusst, dass Du als Spender Dein Kurban bei muslimehelfen spendest, da Du uns vertraust und mit Deinem Kurban gleichzeitig etwas Gutes tun möchtest.

Die Diskussion über den Preis des Kurbans ist so alt wie muslimehelfen selbst. Jedes Jahr versuchen wir abzuwägen, zwischen dem Durchschnittspreis in unseren Projektländern und dem Preis eines Opfertieres, das man in Deutschland schächtet. Dazu haben wir bei lokalen türkischen Supermärkten und bei Schäfern die Preise erfragt. Bei unserem diesjährigen Kurban-Preis handelt es sich zwar wieder um einen Durchschnittswert, aber dieses Jahr  wollen wir die  islamischen Handlungsweise, dass man einen Preis bezahlt, der dem Land entspricht, in dem man lebt, noch stärker betonen. 

muslimehelfen ist eine Hilfsorganisation und unser vorrangiges Anliegen ist die Umsetzung möglichst nachhaltiger Projekte, die es den Begünstigten ermöglichen, ohne Hilfe ihren Lebensunterhalt zu sichern. Auch wenn muslimehelfen die Kurban-Projekte  in der Vergangenheit schon immer so frühzeitig in die Wege geleitet hat, dass es möglich war gesunde Tiere zu einem normalen Preis in den Projektländern zu erwerben, so ist die Verteilung von Fleisch an Bedürftige nicht als nachhaltig zu betrachten. Allerdings werden unsere  Kurban-Projekte in Ländern durchgeführt, in denen die meisten Begünstigten tatsächlich nur zu diesem einen  Anlass Fleisch konsumieren. Obwohl sie hart arbeiten reicht ihr Einkommen nicht, um Fleisch zu kaufen.  Hier stehen der humanitäre Aspekt und die islamische Vorgabe, Fleisch des Opfertieres an Bedürftige zu verteilen im Vordergrund, wie man an der Stellungnahme von Salaudduin aus Hasnabad in Indien sehr gut nachvollziehen kann. Seine Aussage steht stellvertretend für die Mehrheit der Begünstigten des Kurbanprojekts von muslimehelfen:

„Ich bin Salauddin. Ich bin 29 Jahre alt. Ich lebe in Hasnabad. Meine Familie ist sehr arm. Meine Familie besteht aus meiner Mutter, meinem Vater und mir. Mein Vater ist körperlich beeinträchtigt und vollständig ans Bett gebunden. Ich arbeite in einer Ziegelei. Aber egal, wie viel ich auch verdiene, es reicht nicht, um meine Familie zu versorgen. Ich kann mir keine ausgewogenen Mahlzeiten für sie leisten. Während des Festes, wenn andere die Feierlichkeiten genießen, denke ich immer daran, wie ich meine Familie mit Essen versorge. Aber dieses Jahr schmecken wir durch die Gnade Allahs den Geschmack von Fleisch am Opferfest. Ich bin den Leuten, die das hier organisiert haben, aus tiefstem Herzen dankbar. Ich bete, dass wir im nächsten Jahr auch wieder diese Hilfe erhalten werden.“


Über den Autor/en

mh-Redaktion

Die Redaktion von muslimehelfen berichtet regelmäßig über die Arbeit von muslimehelfen. Informationen zu den Projekten und Kampagnen, aber auch Wissen & Tun Artikel werden im Namen der mh-Redaktion verfasst.



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