Emha

Veröffentlicht am 20. März 2013 | by Emha

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Wie nah stehen uns die Waisenkinder?


Assalamu aleikum,  es gibt ein arabisches Sprichwort das besagt:

“Wenn dein Vater stirbt, dann bette dein Haupt auf Mutters Schoß Wenn deine Mutter stirbt, dann bette deine Haupt auf einer Treppenstufe.”

Der Verlust eines Elternteils ist in den meisten Fällen eine Katastrophe. Ob bei Scheidung oder Tod – für Kinder bricht eine Welt zusammen, wenn eine Bezugsperson plötzlich fehlt –  und diesen sicher geglaubten Halt misst man für den Rest seines Lebens… Zu Zeiten des Propheten Mohammed (s) war der Tod ein ständiger Begleiter. Er wurde bereits als Halbwaise geboren und verlor auch noch seine Mutter als er erst 6 Jahre alt war. 6 Jahre!… da trauen wir unseren Kindern erstmals ihre eigenen Schritte auf dem Schulweg zu – wenn überhaupt. Der kleine Mohammed (s) lebte in einer Zeit, als Waisen üblich, ihr Vermögen Freiwild und ihre Rechte nichtig waren.

Unser Prophet (s) musste das Schicksal selbst durchleiden, um niemals zu vergessen…

“… Und bestimmt wird dein Herr dir geben, und du bist zufrieden. –  Hat Er dich nicht als Waise gefunden und Bleibe gegeben? – Und er hat dich fehlgehend gefunden und rechtgeleitet? – Und Er hat dich verarmt gefunden und reich gemacht? – Also, was die Waise angeht, so nötige sie nicht, – Und was den Bittenden angeht, so schelte ihn nicht, – Und was die Wohltat deines Herrn angeht, so teile sie mit!” (93:5-11)

Das Leben hat ihm seine Liebe zu den Waisen ins Herz einge

Aber wie steht es mit unserem Bewusstsein? In unseren behüteten Wohnungen, die wir nur verlassen, um die Kinder zur Schule zu fahren und ihnen den Schulranzen das letzte Stück Weg noch zu tragen? Denken wir zwischen Spielkonsole und Globuli daran, dass das Schicksal es gut mit uns meint….

Empfinden wir für dieses tägliche Glück auch tägliche Dankbarkeit und Wertschätzung?

Wir leben auf einer Insel der Glückseeligkeit – eingepackt in die Watte des Wohlstands, geplagt von den kleinen Nöten des Alltags, verschont von Krieg und Erdbeben. Es ist eine trügerische Hülle, die unsere Sinne betäubt – zerplatzt sie, dann wird uns ihr Verlust schmerzlicher bewusst werden als uns lieb ist.

…. dann werden unsere Kinder von der Dankbarkeit anderer abhängig sein.
Werden diese “Anderen” dann in ihrem betäubten Wohlstandsrausch an sie denken?

Viele haben während der Woche der Waisen an die Waisenkinder in den Projektländern von muslimehelfen gedacht. Sie haben für einen Moment den Vorhang des behüteten Alltags zur Seite geschoben und jene erblickt, die ihr Haupt nicht auf Mutters Schoß legen können. Danke dafür, dass Du an die Waisen gedacht hast.

Danke, dass sie Dir nahe stehen.

wasalam

Deine Emha

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Über den Autor/en

Emha

Geboren 1985, als Schwester Emha spickt sie ihren Kollegen über die Schulter, erklärt Kompliziertes und Aktuelles aus dem Büroleben und wenn Unterhaltung ansteht, dann ist Emha ganz vorne mit dabei.



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