Emha

Veröffentlicht am 27. Juni 2012 | by Emha

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Siebenschläfer, Höhlenfreunde und die Frage nach dem Wetter

Assalamu aleikum, als ich noch klein war, war der 27. Juni einfach der Geburtstag meiner besten Freundin. Später erfuhr ich, dass dieser Tag auch Siebenschläfertag heißt und der Tag bekam neben dem Antlitz meiner besten Freundin noch ein weiteres Gesicht: das eines kleinen Pelztiers – dem Siebenschläfer… Von da an, hielt ich den Siebenschläfer für die größte Schlafmütze schlechthin, fragte mich aber dennoch, warum sein Schlaf etwas mit dem Wetter zu tun haben sollte.

Denn eine Bauernregel besagt ja auch noch, dass das Wetter am 27. Juni ein Indikator dafür sei, wie das Wetter über die nächsten 7 Wochen werden würde: “Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, so ist es sieben Wochen lang bestellt.” … Dieser Tag wurde über die Jahre irgendwie immer komplizierter und das Bild vor Augen erinnerte mehr und mehr an einen Wolpertinger*.

Nun bin ich langsam aus dem Nagetier-Wetterfrosch-Geburtstags-Stadium hinaus und entdecke die eigentlichen Namensgeber für den 27. Juni: “Die Sieben Schläfer von Ephesus”. Der Überlieferung nach, versteckten sich sieben Gläubige in der Zeit der Christenverfolgung in einer Berghöhle nahe Ephesus. Sie wurden dort entdeckt und eingemauert. Doch sie starben nicht, sondern schliefen 195 Jahre lang, bis sie per Zufall entdeckt wurden. Sie wachten auf, bezeugten den Glauben und die Auferstehung von den Toten, und starben erst dann.

Jetzt müssten bei jedem aufmerksamen Koranleser sofort die Lichter aufgehen, denn diese Geschichte ist auch im Islam bekannt. In Sure 18 “Die Sure mit der Höhle” wird über eine ganz ähnliche Begebenheit berichtet, als gläubige junge Männer, ihr götzendienendes Volk verließen, sich in eine Höhle begaben und für eine Anzahl von Jahren dort schliefen, bis Allah sie mit “fest verbundenen Herzen” wieder auferweckte (Koran 18:9-22)

Diese Geschichte ist eines der wundersamen Zeichen im Koran und es wäre einfältig, sich darüber zu streiten, ob es nun 3, 5 oder 7 Gefährten waren, die in der Höhle blieben (18:22).

In Zeiten, in denen Verfolgung und Intoleranz unsere Nachrichten dominieren und selbst Gläubige untereinander streiten, ist diese Geschichte ein kleiner Hinweis darauf, dass wir nicht die große gemeinsame Botschaft aus den Augen verlieren sollten. Jetzt kommt die Zeit des Ramadans, dann wenn sich jeder ein wenig aus dem Alltag zurück zieht und die Gemeinschaft wieder enger zusammenrückt. Inschallah sind wir nach dieser kurzen Zeit ein wenig wie die Gefährten – fest verbunden in unseren Herzen.

wa salam

Eure Emha

* Für alle Nicht-Bayern: Ein Wolpertinger ist ein bayerisches Mischwesen, das aus allen möglichen Tieren zusammengesetzt sein könnte. Gesehen hat es aber noch niemand!

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Über den Autor/en

Emha

Geboren 1985, als Schwester Emha spickt sie ihren Kollegen über die Schulter, erklärt Kompliziertes und Aktuelles aus dem Büroleben und wenn Unterhaltung ansteht, dann ist Emha ganz vorne mit dabei.



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