Emha

Veröffentlicht am 16. Mai 2012 | by Emha

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Emha, Familienleben, Freundschaft, Gemeinschaft, Glaube Grußkarten, Hilfsprojekt, Netzwerk, Spende, Ummah

Schwestern sind Netzwerker

Assalamu aleikum, uns Frauen wird ja oft Stutenbissigkeit, Hang zur Intrige, Falsche-Küsschen-Mentalität und Missgunst unterstellt. Ich werde nicht bestreiten, dass an dem einen oder anderen Vorwurf nicht auch etwas Wahres dran ist. Es gibt wohl kaum eine Frau, die einen dieser Vorwürfe nicht am eigenen Leib erlebt hat. Aber im Großen und Ganzen wäre die Welt ein trauriger Platz ohne die Netzwerkerinnen – denn das sind Frauen. Sie spinnen Fäden, bilden Netzwerke, pflegen die sozialen Kontakte… Ihr glaubt das nicht?

Also wie läuft es bei meiner Familie ab? Papa macht den Anstoß, dass man mal wieder die Familie Sentürk einladen könnte, der Familienvater Sentürk stimmt zu und kurz darauf glüht das Telefonkabel zwischen Mama und Mutter Sentürk für das wann, wo und wie und natürlich dem Austausch von Fragen nach Gesundheit, schulischem Fortschritt und Heiratsplänen. Mama verbringt viel Zeit im Gespräch mit den Nachbarn, bringt auch mal einen Kuchen vorbei oder passt auf die Kinder der Nachbarin auf und wenn die alte Dame von nebenan schon lange nicht mehr draußen gesehen wurde, geht sie sorgenvoll rüber um nachzusehen, ob es ihr gut geht. Die leise belächelten Kaffeekränzchen und Häkelnachmittage, die Besuche im Spielkreis und im KindergartenCafé nimmt sie genauso ernst wie die Vorbereitungen der Teigmengen für Kermes und Schulfeste. Und wir Töchter folgen ihrem Vorbild. Ich glaube, ohne uns Frauen, wäre die Welt um einiges weniger bunt, weniger kommunikativ und weniger vernetzt.

Unsere Grußkarten sind Ausdruck genau dieses Gedankens: ich habe sie schon fleißig verschickt, so wie hunderte andere Schwestern auch schon,  denn ich finde es schön, meine Freundin und Schwester im Glauben mit einem ganz besonderen Gruß zu überraschen, ihr zu sagen wie wichtig sie mir ist. Aber es ist auch diese typisch weibliche Pflege des Netzwerks. Wir bestätigen uns untereinander, sprechen das aus, was in unseren Herzen ist und erhalten mit liebevollen Worten die Freundschaft. Das ist so wichtig wie atmen.

Stellt Euch jetzt einmal vor, wir würden diesen Gedanken konsequent auf die Ummah übertragen. Denn Nyirarenzaho Mwanayidi aus Ruanda ist auch meine Schwester im Glauben, genauso wie Sa Aminas aus Kambodscha und Nasra Baigam aus Pakistan. Mit jedem Projektbericht erhalten wird Grüße von Schwestern und Brüdern, die sich bei den Spendern von muslimehelfen bedanken, und diese Grüße sind nicht an mich, sondern an jene, die diese Verbindung mit ihrer Spende ermöglicht haben.

Subhan’allah. Die Fäden des Netzwerks unserer der Ummah spannen sich über den ganzen Erdball , auch wenn wir das viel zu oft vergessen …

wa salam

Deine Emha

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Über den Autor/en

Emha

Geboren 1985, als Schwester Emha spickt sie ihren Kollegen über die Schulter, erklärt Kompliziertes und Aktuelles aus dem Büroleben und wenn Unterhaltung ansteht, dann ist Emha ganz vorne mit dabei.



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