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Veröffentlicht am 14. Januar 2014 | by Nadya

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In Schnee und Eis


Er kann so schön sein. Ich erinnere mich, wie er unter mir gelitten hat, wenn ich die Straßen oder Felder entlang ging. Sanft knirschten meine Schuhe und hinterließen einen Abdruck, der nur durch mehr Schnee oder einen anderen Wanderer entstellt werden konnte. Diesen Winter lässt er auf sich warten, zumindest hier bei uns. In anderen Teilen dieser Welt ist er hartnäckig in seinem sturen Dasein.

Dieser Winter ist extrem. Während wir hier von Schnee allenfalls träumen, versinken ganze Städte in weißem Chaos. Jetzt hätte ich fast Pracht geschrieben, aber ich fürchte das sehen die Menschen dort anders.

In den USA beherrscht der Schnee den Norden und Nordosten des Landes. Doch auch in den Südstaaten ist es kälter als sonst. In der arabischen Welt ist es zwar nicht ganz so kalt, wie in den USA. Aber in Syrien und im Libanon leidet die Bevölkerung unter dem schlimmsten Wintereinbruch seit langem.

Schnee kann schön sein, er ist ein wichtiger Teil des Winters und kann aus einer trostlosen Ödnis eine bezaubernde Landschaft machen. Aber wenn man in einem Zelt wohnt, ist das egal. Ohne Decken oder winterfeste Kleidung macht der Schnee keinen Spaß, nein, er tut weh. Die Kälte zerrt an den Gliedern, die Knochen schmerzen und die Unterernährung setzt vor allem Kindern zu.

Es braucht aber nicht nur ein Zelt im Winter, um zu frieren. Selbst in den Ländern, in denen der Winter jedes Jahr mit Schnee und Eis einzieht, ist die Kälte nicht auszuhalten, wenn die Häuser nicht dicht sind, keine vernünftige Möglichkeit zum Heizen vorhanden ist oder neue warme Kleidung ein ferner Traum bleiben muss. Weil kein Geld da ist, oder nicht genug.

Auch hier wird es langsam kälter. Der Wind kann scharf sein, wenn Er will. Langsam spüren wir, was Winter heißt. Aber wir können dem entfliehen, mit Omas selbstgestricktem Wollpulli, einem heißen Tee und einer aufgedrehten Heizung.

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Über den Autor/en

Nadya

ist Ägyptologin, war im Fundraising und ist jetzt für Projektadministration zuständig, interessiert sich für Menschen und Kulturen, Sprachen und Geschichte. Sie beobachtet gerne ihre Umwelt und versucht das Geschehen um sie herum von einem anderen Standpunkt aus zu sehen.



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