Projekte Ramadan, Fasten, Iftar, Umma, Sunna, muslimehelfen

Veröffentlicht am 22. August 2013 | by Emha

0

Ramadan zwischen Kairo und Johannesburg


Ramadan ist die Zeit der Besinnung, wenn wir Muslime uns auf unsere Beziehung zu Allah konzentrieren. Es ist auch die Zeit der Familie, der Gast-Freundschaft, der Reue und Vergebung. Doch was ist, wenn die weltlichen Sorgen Überhand nehmen und nichts bleibt, um sich jenseitigen Gedanken zu widmen?

Es wird Zeit. Nach einem langen, heißen Tag sitzt eine Familie um den Tisch versammelt. Das Essen steht bereit, auf das sie sich den Tag über gefreut hat. Es dampft und duftet. Ein Blick zur Uhr verrät: Es ist Iftar. Mit einem Dua beendet jeder Einzelne sein Fasten. Ein kleiner Schluck benetzt die trockenen Kehlen. Eine Dattel noch. So ist es Sunna.

So oder so ähnlich sieht es im Ramadan allabendlich aus. Es sei denn, die Welt hält nichts bereit, auf das man sich freuen kann: Afrika eint nicht nur eine grausame Geschichte. Auch der Hunger verteilt sich von Norden nach Süden. Nicht nur im Ramadan. Damit es für einige aber dennoch eine segensreiche Zeit wurde, hat muslimehelfen in mehreren Ländern Ramadanhilfe geleistet. Form und Ausmaß der Unterstützung richteten sich nach den Bedürfnissen der Menschen vor Ort.

Ein Spiegel von Nord und Süd

Im Süden Ägyptens erkennt ein Reisender bereits von weitem, dass er auf dem Weg zu den Ärmsten ist. Von Häuserwänden kann nicht die Rede sein. Abu Yunus war für muslimehelfen dort. Seine Eindrücke von Shallatin, nahe der sudanesischen Grenze, gibt er so wieder: „Das Gebiet ist sehr weit abgelegen, hier leben verschiedene Stämme in bitterer Armut: in Hütten aus Wellblech und Resten von Spanholzplatten.

In Ägypten wurde Zakatul-Fitr an Bedürftige ausgeteilt, wie Abu Yunus erklärt: „Viele kaufen (mit dem Geld) Speisen zum Fastenbrechen, Kleidung für das Fest des Fastenbrechens etc. Der übergebene Betrag reicht hier, je nach Größe der Familie, bis zu einem Monat zum Leben.

Am südlichen Ende des Kontinents hätte derselbe Reisende in Johannesburg wohl ein Déjà-vu erlebt: Auf engsten Raum zusammengepfercht leben Flüchtlinge in fortdauernder Arbeitslosigkeit. Südafrika nimmt Flüchtlinge auf und muss gleichzeitig dafür sorgen, dass die eigene Bevölkerung nicht durch den Flüchtlingsstrom benachteiligt wird. Da aber viele Flüchtlinge nur eine befristete Aufenthaltsgenehmigung haben, dürfen sie nicht arbeiten. Aus allen Ecken Afrikas sind sie in den Süden geflohen; für ein besseres Leben, wie sie glaubten. Jetzt teilen sich vier Familien, gut und gerne 25 Personen, den engen Raum eines Dreizimmer-Häuschens. Im Ramadan sollte sich etwas ändern: 454 Familien konnte so weit geholfen werden, dass sie im Ramadan genug zu essen hatten und sich voll und ganz auf Allah konzentrieren konnten.

Abdullah Mufumbe, Projektkoordinator unserer südafrikanischen Partner Group of Muslim Refugees Without Voice: „Möge Allah (swt) eure Arbeit für die Umma der Muslime und die hilfsbedürftigen Menschen auf der Welt festigen. Wir freuen uns auf eine lange Zusammenarbeit mit euch.

Pakete im Ramadan

Auch Gulleid Haji Omar hatte sich vor 55 Jahren auf eine Reise begeben. Entlang der kenianischen Küste ist er von Kiunga im Norden in das Dorf Maweni im Süden gekommen, um dort als Wachmann zu arbeiten. Jetzt ist sein Haar grau. Seine Kleidung wirkt wie ein Laken an seinem ausgemergelten Körper. „Die einzige Frau, die ich vor vierzig Jahren geheiratet hatte, starb vor zehn Jahren kinderlos. Seit ich gestürzt bin und mir beide Beine gebrochen habe, gehe ich an Krücken. Ich wohne in einem Haus mit freundlichen Nachbarn, die mir beistehen, wann immer es nötig ist.“ Gulleid Haji Omar ist nur einer von 12.000 Kenianern, denen ein Ramadan-Paket überreicht wurde.

Ein ewiger Kreislauf

Ein Paket, liebevoll gefüllt, hat dieses besondere Etwas: Es erinnert an Familie; daran, dass die Armen nicht vergessen wurden, nur weil ihr Schatten nicht bis hierher reicht. „Es hat unser Leben zum Besten geändert“, sagt Hawa Hussein Abdi aus Korondile, einer Stadt im Norden Kenias. Sie hat muslimehelfen gebeten, sie auch über die Ramadanhilfe hinaus zu unterstützen, mit Wasser: In Kenia sind Dürren keine Seltenheit. Die Bevölkerung lebt von der Viehzucht und der Landwirtschaft, ist also von Wasser abhängig. Durch Bildungsprojekte für die Kinder, damit sie die Schule erfolgreich abschließen und nicht nach der Grundschule schon arbeiten, um die Familie zu finanzieren. Und sie wünscht sich ein Projekt, das ihr hilft, ihre Familie selbst zu versorgen. Wie ihr geht es vielen.

Alles hängt zusammen, als wäre es durch einen giftigen Kleber in einem Teufelskreis festgehalten. Arbeitslosigkeit und die damit einhergehende Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt steigen. Auch durch ethnische Spannungen innerhalb eines Landes. Oft leisten Naturgewalten, wie Dürren oder übermäßige Regenfälle ihren Beitrag. Ernteausfälle sind die Folge. Dann werden Lebensmittel für die einfachen Leute wieder unbezahlbar …

Auch im Kongo. Und auch dort haben unsere Partner Ramadan-Pakete mit Grundnahrungsmitteln verteilt, wie in der Gemeinde Kalimabenge. Deren Imam und Stellvertreter P.O. Ramadhani Keita berichtet für seine Gemeinde: „Assalamu alaikum. Wir haben mit großer Freude Iftar-Pakete von muslimehelfen erhalten. Folgende Lebensmittel haben wir erhalten: weißen Reis, Bohnen, Zucker und Speiseöl. Wir haben sie unter 510 Muslimen verteilt.

Fasten heißt Gemeinschaft

Gemeinsam mit anderen das Fasten zu brechen, ist Sunna: In Togo begingen die Schüler und Schülerinnen mit ihren Familien das Fastenbrechen. In Uganda wurden Moscheen und die Nasru Islamic School mit Lebensmitteln für den Ramadan beliefert, um das Iftar in der Gemeinschaft zu begehen. Nagwere Maliki lebt im Nordosten Ugandas und erzählt: „Wir hatten unsere Lebensmittel, die wir angebaut hatten, durch die Erdrutsche verloren. Besonders für den Ramadan hatten wir nichts zu essen. Allah, dem Allmächtigen sei Dank, dass Er uns ermöglicht hat, unser Fasten erfolgreich zu beenden.

Gemeinschaft und Hilfe beschränken sich nicht nur auf den Ramadan. Auch danach bleibt sie erforderlich, wie Nuria Hussein Musa aus Ademasajida in Kenia aus eigener Erfahrung weiß: „Es hat uns sehr geholfen, da wir keinen anderen Weg hatten, um unser Fasten zu brechen. Helft uns bitte. Wassalam.Inschallah.

Schlagwörter: , , , , , , ,


Über den Autor/en

Emha

Geboren 1985, als Schwester Emha spickt sie ihren Kollegen über die Schulter, erklärt Kompliziertes und Aktuelles aus dem Büroleben und wenn Unterhaltung ansteht, dann ist Emha ganz vorne mit dabei.



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to Top ↑