Stilleben Flüchtlinge, Flucht, Vertreibung, Krieg, Macht, muslimehelfen

Veröffentlicht am 22. November 2012 | by Nadya

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In Pixeln festgehalten für die Ewigkeit

Ein Foto sagt mehr als tausend Worte, sagt man. Ich sage: Manches Foto braucht keine Worte.

Vor ein paar Jahren war ein Journalist des National Geographic auf der Suche nach einer jungen Frau, die er als Mädchen fotografiert hatte. In der dann erschienenen Ausgabe sind beide Fotografien neben einander angebracht. Und obwohl nur 17 Jahre vergangen waren, sieht dem Betrachter eine Frau entgegen, die bereits mit Ende zwanzig vom Leben gezeichnet war.

Die Jüngere starrt aus großen, weit aufgerissenen, sehr wachen und doch ungewohnt erschrockenen, grünen Augen ihr Gegenüber an. Tiefe Furcht zeigt sich in ihnen. Als würde sie einem ausgehungerten Raubtier gegenüber stehen, zum letzten Sprung bereit. 17 Jahre später ist der Schreck scheinbarer Resignation gewichen. Ihr Blick wirkt traurig. Die ehemals straffe, jugendliche Haut ist weich geworden und gerötet. Es ist das Gesicht eines ehemaligen Flüchtlingsmädchens, das in über 17 Jahren weit mehr erlebt hat, als die meisten von uns sich wohl vorstellen können.

Manche Fotos brauchen keine Worte. Auch jetzt überfluten uns Bilder, Eindrücke und Impressionen aus der ganzen Welt. Diese Welt ist aufgewühlt. Sie ist kein friedlicher Ort. Ob sie das je war, lass ich einmal dahin gestellt. Wir können nicht jedem helfen und leider auch nicht immer. Aber wir können es versuchen. Das ist eines, das uns von anderen Lebewesen unterscheidet. Wir handeln. Unsere Mitmenschen brauchen uns. Die Vergangenheit können wir nicht mehr ändern. Das afghanische Flüchtlingsmädchen von damals sollte uns ein Beispiel sein es besser zu machen. Denn es gibt tausende da draußen, die wie sie sind. Noch namenlos. Noch ungezählt. Noch hilfsbedürftig.

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Über den Autor/en

Nadya

ist Ägyptologin, war im Fundraising und ist jetzt für Projektadministration zuständig, interessiert sich für Menschen und Kulturen, Sprachen und Geschichte. Sie beobachtet gerne ihre Umwelt und versucht das Geschehen um sie herum von einem anderen Standpunkt aus zu sehen.



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