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Veröffentlicht am 1. Januar 2005 | by Emha

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Muharram 1426 n.H.


Nach der Hadsch-Saison im Monat Dhul-Hidscha, folgt jetzt ein weiterer wichtiger Abschnitt unseres islamischen Hidschri-Kalenders: Der Monat Muharram, der “Monat Allahs” (schahru-llah), so wie es der Prophet Muhammad, Allahs Segen und Heil seien auf ihm (s), ausdrückte. Der Ausdruck “Allahs Monat” erklärt, wie wichtig dieser Monat ist.

Das Fasten im Muharram

Der Gesandte Allahs (s) hat gesagt, das Fasten in diesem Monat ist das beste nach dem Pflichtfasten im Ramadan: Prophet Muhammed (s) wurde gefragt, welches das Gebet nach den Pflichtgebeten sei. Er (s) anteortete: “Das Gebet im letzten Drittel der Nacht.” Dann wurde er (s) nach dem besten Fasten außer dem Fasten im Monat Ramadan gefragt. Er (s) sagte: “(Das Fasten im) Monat Allahs, den ihr als al-Muharram bezeichnet”.

Unsere Gelehrten, die sich mit allen Überlieferungen über dasFasten im Monat Ramadan beschäftigt haben, vertreten die Ansicht, dass man auf drei verschiedene Arten im Monat Muharram fasten kann:

1. Fasten an drei Tagen: Am 9., 10. und 11. Muharram

2. Fasten am 9. und 10. Tag des Muharram

3. Fasten nur am 10. Muharram (Aschura)

Bevor das Fasten im Ramadan zur Pflicht wurde, sollten die Muslime am 10. Muharram fasten. Erst nachdem Allah im zweiten Jahr der Hidschra angeordnet hatte, dass die Gläubigen den ganzen Monat Ramadan fasten sollen, wurde das Fasten im Monat Muharram freiwillig. Auch daran erkennen wir, wie wichtig die Sunna ist, im Muharram zu fasten: Diese Sunnah war nämlich vorher eine Pflicht!

Für uns Muslime sind solche Gelegenheiten, die uns Allah immer wieder bietet, ein Zeichen, dass Er uns vergeben will und dass Er uns Möglichkeiten sucht, um barmherzig zu uns zu sein. Der Prophet (s) sagte auch: “und das Fasten am Tag von Aschura – ich hoffe ja darauf, dass Allah (damit die Sünden des) vorausgegangenen Jahres vergibt.” (Muslim). Und welcher Gläubige möchte solch eine Chance verpassen?

Allah vergibt unsere kleinen Sünden, wenn wir uns von den großen Sünden fernhalten. Unsere großen Sünden vergibt Allah uns, wenn wir sie aufrichtig bereuen ( durch Taubah) und uns wirklich bemühen, nie wieder solche Sünden zu begehen. Das schaffen wir, wenn wir unser Leben deutlich verändern. Solche großen Sünden sind z.B. wenn wir nicht beten, wenn wir schlecht über andere reden oder Ehebruch begehen.

Das Leid Imam Husseins

Ein trauriges Ereignis, das im Monat Muharram stattfand, war die grausame Ermordung Imam Husseins (r.a.) am 10. Muharram 61 d. Hidschra (680 n. Chr.). Das Martyrium Imam Husseins (r.a.) zeigt den Muslimen, wie wichitg es ist, Wahrheit und Gerechtigkeit hochzuhalten und gegen Tyrannei und Unterdrückung zu kämpfen. Imam Hussein (r.a.), der Enkel des Propheten (s), dessen Vater Ali (r.a.) und Mutter Fatima (r.a.) waren, ist für alle Muslime ein großes Beispiel von Mut und Frömmigkeit. Die muslimischen Gläubigen fühlen alle den Schmerz und die Trauer im Herzen über seine Ermordung und verabscheuen seine Mörder, die den Islam als Vorwand für seine Ermordung benutzten. Das Fasten im Monat Muharram hat aber nichts mit diesem Ereignis zu tun, denn der Tag Aschura am 10. Muharram war schon vor der Ermordung Husseins (r.a.) wichtig.

Die Bedeutung der Hidschra für die Muslime

Der Monat Muharram kennzeichnet gleichzeitig den Beginn des neuen Hidschri-Jahres. Die Hidschra war nicht bloß eine Auswanderung von Mekka nach Medina. Sie ist der Wendepunkt in der islamischen Geschichte. Mit ihr begann die völlige Veränderung der ganzen Gesellschaft.

Der Gesandte Allahs (s) war nicht der Einzige, der eine Hidschra vollzogen hatte. Auch vor ihm (s) waren Propheten wegen ihres Glaubens ausgewandert: Ibrahim (a.s.) sagte z.B.: “Ich bin ja ein Auswanderer zu meinem Herrn, Er ist ja, Er, der Mächtige, der Weise.” (29:26). Ähnlich sollten die Anhänger der Propheten (a.s.), deren Volk im Diesseits bestraft wurde, mit ihrem Propheten auswandern; z.B. der Prophet Lut (a.s.) und die Gläubigen um ihn. Im Koran wird die Hidschra als Vorbote des Dschihads erwähnt (siehe z.B. Koran 2:218, 8:72-5, 9:20, 16:110 und 22:58).

Auch für die Muslime heute ist die Hidschra wichtig, wenn sie ihren Glauben in einer Gesellschaft nicht mehr ausübern können. Der Prophet (s) sagte auch: “Der beste Muhadschir (derjenige, der die Hidschra unternimmt), ist derjenige, der von dem ablässt, was Allah verboten hat.” (Bukhari, Abu Dawud & Tabarani). Demnach beginnt die Hidschra zunächst bei uns selbst und wird sich als Hidschra in der Auswanderung zeigen, wenn die Möglichkeiten einer muslimischen Gemeinschaft an dem Ort ausgeschöpft sind.

Heilige Monate

Der Monat Muharram gehört zu den vier heiligen Monaten (al-aschhur al-hurum) unseres Kalenders.

Prophet Muhammad (s) sagte: “Das Jahr hat zwölf Monate. Davon sind vier heilig, drei aufeinanderfolgende: Dhu’l-Qa’da, Dhu’l-Hidscha und Muharram, und der Radschab von Mudar, der zwischen Dschumada und Scha’ban liegt.” (Buchari)

Die besondere Erwähnung dieser vier Monate bedeutet nicht, dass die anderen Monate nicht heilig sind. Denn wir kennen den Wert des Ramadan. Die eben genannten vier Monate wurden als “heilig” bezeichnet, weil sogar die Götzendiener Mekkas diese Monate als heilig angenommen hatten. Denn sie bezogen sich auf den Propheten Ibrahim (a.s.). Und seit dieser Zeit wurden diese Monate als heilige Monate geachtet, in denen z.B. auch keine Stammeskriege durchgeführt wurden. Im Grunde sind alle zwölf Monate einander gleich. Sie gelten nur deshalb als heilig, weil Allah, der Erhabene, sie zu einer Zeit Seiner Barmherzigkeit und Gnade gemacht hat.

Weil diese Monate so viel bedeuten, mahnt uns Allah, der Erhabene (t): “also tut euch selbst in ihnen kein Unrecht an”. Denn die Sünden in ihnen wiegen schwerer als in anderen Monaten. Doch nicht nur die Sünden wiegen schwerer, sondern auch die guten Taten.

Allah wählt besondere Zeiten, Orte und Geschöpfe aus, um bestimmte Dinge umzusetzen: Er erwählt Gesandten von den Engeln und Menschen, Er wählt von seinen Reden die letzte Offenbarung als Dhikr (Erinnerung) und Furqan (Unterscheidung). Er machte die Masdschid al-Haram (die heilige Moschee in Mekka), Masdschid an-Nabawi (die Prophetenmoschee in Medina) und Masdschid al-Aqsa (in Al-Quds/Jerusalem) zu heiligen Stätten. Er erwählte den Monat Ramadan als besonderen Monat, den Freitag als besonderen Tag in der Woche und die Lailatul Qadr als besondere Nacht des Jahres und ehrte damit Geschöpfe, Orte und Zeiten.

So sollen wir Gottergebenen das und den ehren, den Allah Selbst geehrt hat.

Möge Allah uns den Monat Muharram und mit ihm die Gläubigen segnen und den Gottesfürchtigen vergeben.

Möge Er auch in diesen besonderen Tagen und Wochen das Leid der Bedürftigen durch uns lindern. (Amin)

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Über den Autor/en

Emha

Geboren 1985, als Schwester Emha spickt sie ihren Kollegen über die Schulter, erklärt Kompliziertes und Aktuelles aus dem Büroleben und wenn Unterhaltung ansteht, dann ist Emha ganz vorne mit dabei.



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