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Veröffentlicht am 4. Oktober 2017 | by Nadya

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Mobile Verkaufstände – ein Pilotprojekt in Jakarta


In Jakarta, der indonesischen Hauptstadt, leben etwa zehn Millionen Menschen. Im Großraum Jakartas sind es sogar geschätzte dreißig Millionen. Auf einer Gesamtfläche von 3,53km² erstreckt sich Pademangan Barat, ein Stadtteil im Norden Jakartas. Dort leben 18.841 Familien, die meisten von ihnen leben vom Kleinhandel und Straßenverkauf. Viel verdienen sie mit ihren Einnahmen nicht, das Durchschnittseinkommen am Tag liegt zwischen 80.000 Rupien und 300.000 Rupien. Das klingt nach viel, es sind aber umgerechnet in Euro nur zwischen 5,34 € und 20,04 €. Vielen der Händler und Straßenverkäufer fällt es schwer, ihre Waren zu vermarkten und zu verkaufen. Ihnen fehlt ein vernünftiger Verkaufsstand, auf dem sie ihre Waren für potentielle Käufer feilbieten können. Denn bei einer so großen Konkurrenz müssen sie herausstechen aus der Menge. Oft haben sie aber auch keine Idee, wie sie ihr kleines Geschäft gewinnbringend weiterentwickeln können. Und meistens fehlen ihnen schlicht die finanziellen Mittel dazu.

In einem Pilotprojekt wurden Anfang des Jahres mobile Verkaufsstände in enger Zusammenarbeit mit fünfzehn Straßenverkäufern entwickelt. Sie sind genau auf die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Händlers zugeschnitten und auf den Verkaufszweck angepasst. Der mobile Verkaufsstand soll die Begünstigten dazu befähigen, ihre Waren anzubieten,im Falle eines Imbisses die Gerichte an Ort und Stelle zuzubereiten und – sollte es nötig sein – den Stand an einen anderen Ort zu befördern; die meisten Verkaufsstände sind mit Rädern ausgestattet. Zusätzlich zu dem Stand hat jeder der fünf Männer und zehn Frauen ein kleines Startkapital in Höhe von 750.000 indonesischen Rupien – das sind 54,00 € – erhalten. Damit sollten sie inschallah in der Lage sein, ihr Geschäft auszubauen. Bevor die Verkaufsstände individuell angefertigt wurden, musste das Areal besichtigt werden, um Fehler im Bau zu vermeiden. Nach einer ersten Einschätzung der Lage wurden dann die Händler ausgewählt. Nach der Fertigstellung wurde jedem Verkäufer zwischen dem 14.2. und dem 1.3.2017 sein Stand an dem jeweiligen Wohnort übergeben. Die Umsetzung dieses Projektes hat dreieinhalb Monate gedauert.

Fünfzehn Familien haben jetzt alhamdulillah die Möglichkeit ihren kleinen Handel auf der Straße auszubauen und voranzutreiben. Sie bereiten Lebensmittel zu, wie Nudeln, Frittiertes, Brei, Nasi uduk, das ist ein Reisgericht aus Jakarta, und schnell zubereitete Imbisse. Inschallah wird es ihnen in Zukunft besser gehen und sie werden so viel einnehmen können, dass ihre Angehörigen ausreichend versorgt sind.

Erleichterung läuft oft mit Dank einher, wie in Alis Fall. Er ist 56 Jahre alt. An seinem Stand bietet er gebratene Lebensmittel an. Sein Hemd in blassen Farben hebt sich stark von dem Petrol seines neuen Verkaufsstandes ab. Ali freut sich, auch wenn er noch ein wenig schüchtern und überrascht erscheint: „Alhamdulillah! Vielen Dank für den Stand und die finanzielle Unterstützung.“ Für ihn bedeutet dieses Projekt eine neue Chance, denn: „Diese Hilfe ist sehr wertvoll für mich, weil mein alter Stand zusammenge brochen ist. Ich hoffe, über dieses Projekt kann sich mein Geschäft weiterentwickeln. Ich wünsche den Spendern großen Erfolg!“

Auch Narni ist den Spendern von muslimehelfen dankbar für ihren eigenen Verkaufsstand. Die 53-Jährige meint:: „Alhamdulillah! Dieses Projekt hilft meinem Handel sehr. Nachdem ich den Stand und das Kapital erhalten habe, ist der Verkauf meiner Produkte angestiegen. Ich danke den Spendern vielmals.“ Und auch muslimehelfen dankt den Spendern. Ohne ihren finanziellen Beitrag wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen. Möge Allah es von allen Beteiligten annehmen und sie belohnen.

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Über den Autor/en

Nadya

ist Ägyptologin, war im Fundraising und ist jetzt für Projektadministration zuständig, interessiert sich für Menschen und Kulturen, Sprachen und Geschichte. Sie beobachtet gerne ihre Umwelt und versucht das Geschehen um sie herum von einem anderen Standpunkt aus zu sehen.



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