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Veröffentlicht am 14. April 2012 | by mh-Redaktion

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Prophet, fard, mandub, Allah, Barmherzigkeit, Glaube, Koran, Mohammed, Muslim

Wahrhafte Liebe zum Propheten Muhammed (s)

Die Liebe zum Propheten Muhammed, Allahs Frieden und Heil seien auf ihm, gehört zu den wichtigsten Grundlagen des Iman (Glauben). Allahs Gesandter (s) hat gesagt: “Niemand unter euch glaubt, solange ich ihm nicht lieber bin als sein Vater, sein Sohn und alle Menschen” (Anas: Buchari). Ibn Radschab macht deutlich, dass die Liebe zum Propheten (s) einhergeht mit der Liebe zu Allah (t) und dass Allah (t) selbst es war, Der beides miteinander verbunden hat 1. Allah (t) mahnt die Muslime, nichts der Liebe zu Ihm und zum Propheten vorzuziehen, wenn Er sagt:

“Sag: Wenn eure Väter und eure Söhne und eure Brüder und eure Gattinnen und eure Anverwandten und eure Vermögensgüter, die ihr euch angeeignet habt, und Handelsgut, dessen Unverkäuflichkeit ihr befürchtet, und Wohnungen, die euch gefallen, euch lieber sind als Allah und Sein Gesandter und ganzer Einsatz auf Seinem Weg, so wartet, bis Allah mit seinem Befehl kommt, und Allah leitet nicht das Volk der Frevler recht” (9:24).

Nicht einmal sich selbst soll man dem Propheten (s) vorziehen, wie aus einer Begebenheit mit ‘Umar (r) hervorgeht, der einmal ganz ehrlich zu ihm sagte: “Gesandter Allahs! Du bist mir lieber als alles andere – außer mir selbst.” Doch Allahs Gesandter erwiderte: “Bei Dem, in Dessen Hand meine Seele liegt – nein! Bis ich dir lieber bin als du selbst!” ‘Umar begriff und antwortete: “Bei Allah, jetzt bist du mir lieber als ich selbst!” Nun war der Prophet zufrieden und sagte schließlich: “Jetzt ‘Umar…” (Abdullah Ibn Hischam: Buchari).

Nach dem Koran wird diese Liebe einzig durch den Gehorsam gegenüber dem Propheten (s) vollendet: “Sag: Wenn ihr Allah liebt, so folgt mir, dann liebt euch Allah, …” (3:31). Die hier verlangte Folgsamkeit zeigt sich nur dann, wenn man nichts und niemandem auf dieser Welt Vorrang einräumt vor dem Gehorsam gegenüber dem Propheten (s). Widerspricht etwas seinen Lehren und zieht man letztere vor, ist das ein Beweis für die wahrhafte Liebe.

Die Liebe zu Allahs Gesandtem (s) gedeiht durch Wissen um sein Leben, seine vollkommenen Eigenschaften und die Erhabenheit seiner Lehren. Möchte man den Propheten (s) aufrichtig lieben, führt kein Weg am Gehorsam vorbei; möchte man ihm gehorsam sein, führt kein Weg am Befolgen seiner Lehren vorbei.

Nach Ibn Radschab gliedert sich die Liebe zum Propheten (s) in zwei Stufen:

Die erste Stufe ist fard, also unabdingbare Pflicht. Sie bedeutet, dass man den vom Propheten (s) auferlegten Geboten nachkommt und sich von dem fernhält, was er verwehrt hat; dass man das für wahr hält, was er an Kunde überbracht hat und damit zufrieden ist und dass die Muslime “dann für sich selber keine Bedrängnis finden, wegen dem, was du (der Prophet) entschieden hast, und sie ergeben sich, in völligem Frieden ergeben” (4:65). Sie beinhaltet auch, dass man nichts vom Guten verlangt, außer auf erlaubte Weise und dass man sich nur durch das leuchtende Vorbild des Propheten (s) leiten lässt.

Möchte man die zweite Stufe der Liebe zum Propheten (s) erreichen, vollbringt man Handlungen, die mandub (stark empfohlen) sind und seiner Sunna (Praxis) entspringen. Man eifert dem Propheten (s) nach in seinem vortrefflichen Benehmen und Charakter, seiner vorbildlichen Lebensführung, seinem gütigen Umgang mit der Familie und den Mitmenschen, seiner Enthaltsamkeit in dieser Welt und seinem Verlangen nach dem Jenseits, seiner Großzügigkeit, Nächstenliebe, Nachsicht, Sanftmut, Geduld, Belastungsfähigkeit und Bescheidenheit. Man strebt auch seinen verborgenen Charakterzügen nach wie seiner vollkommenen Gottesfurcht und Gottesliebe, seiner Sehnsucht, auf den Schöpfer zu treffen sowie danach, mit Seinem Ratschluss zufrieden zu sein. Man ist bemüht, gleich dem Propheten (s) Allah (t) ständig im Herzen zu tragen, aufrichtig und nur bei Ihm Zuflucht zu suchen und auf Ihn alleine zu vertrauen. Man befreit das Herz von allem Nichtigen und preist Allah (t) ständig im Herzen und mit der Zunge. Die Seele erquickt sich an der Zweisamkeit mit Ihm, dem Einen, in Seiner Anflehung, Seinem Anrufen und dem bedächtigen Lesen Seines Buches, des Koran.

Die Liebe zu Muhammed, Allahs Frieden und Heil seien auf ihm, ist kein reines Lippenbekenntnis. Hassan al-Basri sagte: “In der Zeit des Propheten sagte ein Volk zu ihm: ‚O Muhammed, wir lieben unseren Herrn’, woraufhin Allah der Mächtige und Erhabene offenbarte: ‚Sag: Wenn ihr Allah liebt, so folgt mir, dann liebt euch Allah, und Er verzeiht euch eure Sünden, und Allah ist verzeihend, barmherzig'” (3:31).2 So hat Allah (t) das Befolgen des Beispiels Seines Propheten (s) zum Zeichen aufrichtiger Gottesliebe gemacht und zum Grund für Seine Vergebung.

Wa’l-lahu a’lam wa billahi’t-taufiq.

Und Allah (t) weiß es am besten, und mit Allah (t) ist der Erfolg.

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