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Veröffentlicht am 5. November 2010 | by Emha

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Abschiedspredigt, Prophet, Muhammad, Umma, Glaube, Gemeinschaft, Muslim, Abu Bakr, Hadith

Die letzte Ansprache der Propheten (s) vor seinem Tod

Am 21.04.05 erinnern sich vielerorts Muslime anlässlich des Geburtstages des Propheten Muhammad (s) (Maulid an-Nabi) an sein vorbildliches Leben. Wir möchten dies zum Anlass nehmen, um daran zu erinnern, was dem Propheten (s) wichtig war, uns vor seinem Ableben, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, mitzuteilen. Dabei handelt es sich nicht um die bekannte Abschiedspredigt, sondern um die inhaltliche (nicht die wörtliche) Wiedergabe der letzten Worte des Propheten Muhammad (s) an die Gläubigen, bevor er verstarb.

Bismillah

Kurz vor dem Tod von Allahs Gesandtem Muhammad (s) sammeln sich die Muslime in der Moschee und warten voller Sorge auf Nachricht über den Zustand des kranken Propheten (s). Der Prophet (s) hört auf seinem Krankenbett das Geräusch der versammelten Muslime und fragt:

„Was ist das für ein Geräusch?“ Sie antworten ihm: „Die Menschen haben sich in der Moschee versammelt, sie haben Angst um dich.“ Da sagt er: „Tragt mich zu ihnen.“ Da tragen sie ihn zu ihnen und er hält – seine allerletzte Ansprache. Bei Allah, er hielt sie für uns, liebe Geschwister, seine letzten Worte an uns waren: „O ihr Menschen…“ Da wenden sich alle ihm zu und lauschen ihnen, den letzten Worten des Propheten (s): „O ihr Menschen, (ihr seht aus) als ob ihr Angst um mich hättet?“ Da antworten sie: „Ja“. Da antwortet er: „O ihr Menschen, eure Verabredung mit mir ist nicht in dieser niederen Welt (Dunya), eure Verabredung mit mir ist am Haud – an meinem Wasserbecken! Bei Allah, es ist so, als würde ich hier von diesem meinem Platz aus auf es blicken. O ihr Menschen, bei Allah, ich fürchte nicht die Armut für euch, aber ich fürchte für euch diese niedere Welt, dass ihr um sie wetteifert, so wie diejenigen um sie wettgeeifert haben, die vor euch waren, und dass sie euch ins Verderben stürzt, so wie sie jene ins Verderben gestürzt hat. O ihr Menschen, ich trage euch auf, die Frauen gut zu behandeln, ich trage euch auf, die Frauen gut zu behandeln! O ihr Menschen, Allah, Allah – das Gebet! (Ich beschwöre euch in Allahs Namen, haltet das Gebet ein!) Allah, Allah – das Gebet! O ihr Menschen, wenn ich einem von euch den Rücken schlug, so ist hier mein Rücken, so vergelte er es mir. O ihr Menschen, wenn ich die Ehre von einem von euch verletzt habe, so ist hier meine Ehre, so vergelte er mir Gleiches mit Gleichem. O ihr Menschen, wenn ich von einem von euch Vermögen nahm – hier ist mein Vermögen, so nehme er davon. Und er fürchte keinen Groll, denn dieser ist nicht von meiner Natur. (…) Damit ich mit gesunder Seele, mit reiner Seele auf Allah treffe. O ihr Menschen, ein Knecht – Allah hat ihn wählen lassen zwischen dieser Welt und dem Treffen auf Allah, und er wählte das Treffen auf Allah.“ – Keiner versteht, von wem er spricht. Nur Abu Bakr, er ist der Einzige, der versteht. Er weiß, dass er über sich selbst spricht. Da steht Abu Bakr auf, inmitten der Leute, und ruft: „Ich gebe für dich mein Vermögen, ich gebe für dich meinen Vater, ich gebe für dich meine Mutter, ich gebe für dich meinen Sohn!“ Die Menschen sind verärgert darüber, dass Abu Bakr den Propheten (s) mitten in seiner Ansprache unterbricht, und er erntet böse Blicke. Doch der Prophet (s) sagt: „O ihr Menschen …“ – er unterbricht seine Ansprache für Abu Bakr – „… lasst Abu Bakr, denn bei Allah, unter euch ist keiner, der bei uns einen Verdienst hat, ohne dass wir ihn dafür belohnt hätten – außer Abu Bakr, ich kann ihn nicht belohnen, so überließ ich seine Belohnung Allah, dem Mächtigen, Majestätischen.“ Da hebt er seine Hände und beginnt für uns – für uns, liebe Geschwister – zu beten: „Allah gewähre euch Zuflucht, Allah stehe euch bei, Allah verleihe euch Kraft und Ehre, Allah bewahre euch, Allah mache euch standhaft.“ Dann sagt er: „O ihr Menschen …“ – seine letzten Worte an uns: „… Richtet von mir jedem den Friedensgruß aus, der mir von meiner Umma folgt, bis zum Tag der Auferstehung.“ Dein Friedensgruß ist angekommen, o Gesandter Allahs, wa alaika-s-Salam – und Friede sei auf dir, o Gesandter Allahs.

* Dieser Text beruht auf einer freien Erzählung eines zeitgenössischen, muslimischen Predigers und ist, obwohl sie in ihrem Kern auf authentischen Ahadith (Prophetenworten, Ez.: Hadith) beruht, auch nur als solche anzusehen und nicht etwa als zitierfähiger Hadith.

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Über den Autor/en

Emha

Geboren 1985, als Schwester Emha spickt sie ihren Kollegen über die Schulter, erklärt Kompliziertes und Aktuelles aus dem Büroleben und wenn Unterhaltung ansteht, dann ist Emha ganz vorne mit dabei.



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