Wissen&Tun Kurban

Veröffentlicht am 12. Juli 2016 | by Soufian

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Selber machen, lautet die Devise


Der Islam erzieht uns zur Unabhängigkeit gegenüber anderen Menschen.

So ist doch Allah der Einzige, von dem wir tatsächlich abhängig sind und vor dem wir uns letzten Endes verantworten müssen. Genauso wie niemand seine schlechten Taten auf andere abwälzen kann, muss sich auch jeder selbst für seine guten Taten und Pflichten anstrengen.

So steht sinngemäß geschrieben, dass keine lasttragende Seele die Last einer anderen tragen wird und jeder Seele ausschließlich zuteil wird, wonach sie strebt. (vgl. Koran 53:38-39)

Nun ist bald Idul-Adha (Kurban Bayramı). An diesem Tag gilt es ein Kurban zu opfern. Das ist das Beste, was Du machen kannst. So folgst Du der Sunnah.

Rechtlich und praktisch ist das jedoch nicht ohne Weiteres überall möglich. Viele Geschwister reisen sogar extra deswegen ins Ausland in ihre Heimat, um dort ihrer Religion in vollem Umfang nachzukommen und mit der Familie zu feiern. Diese Möglichkeit steht aber nicht jedem offen und Allah weiß besser als jeder andere, was in unserer Macht steht.

Neben der logistischen Herausforderung, die einen hierzulande dazu nötigt, direkt im Anschluss an das Festgebet anstelle von Familienbesuchen oftmals weite Strecken auf sich zu nehmen, um in einem geeigneten Schlachthof selbst Hand anlegen zu dürfen, sind viele aufgrund der hiesigen Lebensgewohnheiten auch nicht mehr dazu fähig, ein Tier fachgerecht zu opfern und zu zerteilen.

Aber lass uns einfach mal davon ausgehen, dass sich jemand dies zutraut und – so Allah will – auch einen geeigneten Platz dafür findet. Dann stellt sich eine weitere wichtige Frage:

Was geschieht mit dem Fleisch?

So sollte man eigentlich ebenfalls gemäß der Sunnah ⅓ oder mehr des Fleisches an Bedürftige und Arme verteilen. Stattdessen landet oftmals ein Großteil abgepackt in Gefrierbeuteln in der Tiefkühltruhe und wird über die nächsten Monate verzehrt! Es ist leicht zu erkennen, dass es nicht ausschließlich um das bloße Schlachten, sondern auch um die Opferbereitschaft und die Großzügigkeit geht.

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Denn was hat man wirklich geopfert, wenn man nichts von dem Fleisch abgibt?

Diese Probleme und die Tatsache, dass in unserer Wohlstandsgesellschaft Fleisch ohnehin immer auf dem Speiseplan präsent ist, führt zur Suche nach vernünftigen Alternativen. Neben dem bereits genannten Kurban-Tourismus wird oft darauf zurückgegriffen eine Person des Vertrauens damit zu beauftragen. Beispielsweise ein Verwandter im Ausland, der dies stellvertretend in Deinem Namen übernimmt. Dem lässt man dann rechtzeitig das dafür benötigte Geld zukommen und er kümmert sich darum und verteilt das Fleisch an die Familie und Bedürftige. Sofern man also nicht selbst opfern kann, bietet sich diese Vorgehensweise an. Aber auch diese Methode hat ihre Grenzen. Zum Einen hat nicht jeder einen Verwandten, der diese Aufgabe bewältigen kann und zum Anderen kann er auch nur eine begrenzte Anzahl an Tieren übernehmen. Sowohl die Haltung der Tiere im Vorfeld als auch die Schlachtung, samt Zerteilung sind nämlich ein nicht zu unterschätzender Aufwand.

An dieser Stelle werden dann vertrauenswürdige Vereine gebraucht, die sich im größeren Umfang darum kümmern und an vielen Orten weltweit Kurbanverteilungen ermöglichen. Zum Einen um den Menschen hier bei der Erfüllung ihrer religiösen Verpflichtung zu helfen und zum Anderen um mit dem Fleisch einen humanitären Beitrag für Bedürftige weltweit zu leisten und das Gefühl der Festlichkeit mit ihnen zu teilen.

Dies kann muslimehelfen stellvertretend für Dich umsetzen.

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Über den Autor/en

Soufian

86er Baujahr, Social Media Fuchs mit juristischem Background, marokkanischen Wurzeln und einer starken Bindung zur Moschee. Im Community Management von muslimehelfen tätig und bietet zwischen Fans und Followern Einblicke in die Gedankenwelt eines Admins.



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