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Veröffentlicht am 16. August 2011 | by mh-Redaktion

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Ramadan für unsere Kinder


Schon kurz vor Ramadanbeginn spüren wir alle, Erwachsene wie Kinder, die Aufregung und Vorfreude auf den Fastenmonat. Unsere Kinder erleben den Ramadan ähnlich wie wir. Sie merken, dass wir plötzlich spät abends essen und trinken. Manche von uns schlafen länger, weil sie die Nacht in der Moschee verbracht haben. Wir bekommen mehr Besuch oder werden selbst eingeladen. Zu den Gebeten und Vorträgen in den Moscheen nehmen wir unsere Kinder mit. All das geht nicht spurlos an ihnen vorbei. Ihre Neugier ist geweckt, ihr Interesse ist da. Jetzt ist es an uns, ihnen den Sinn des Fastens näherzubringen. Damit sie auch verstehen, welche Werte hinter dem Fasten stecken. Der Ramadan ist gleichzeitig eine wunderbare Gelegenheit für sie, das Gebet zu üben.

Dieser Ramadan kann für unsere Kinder ganz besonders werden. Einfacher wird es, wenn wir ein paar Vorbereitungen treffen, die unseren Kindern den Ramadan näherbringen. Dafür haben wir einige Tipps vorbereitet:

1. Die richtige Einstellung

Um den Ramadan richtig nutzen zu können, müssen wir uns und unsere Kinder richtig darauf vorbereiten: Sinn des Ramadan ist es, unsere Beziehung zu Allah zu stärken, an unserem Charakter zu feilen und unser Leben zu überdenken. Darauf sollten wir uns schon vor Ramadanbeginn einstellen.

2. Trautes Heim

Wir leben in einem nicht-muslimischen Umfeld. Trotzdem können wir in Ramadan-Stimmung kommen bzw. bleiben. Wir schmücken einfach unsere Wohnungen oder Häuser: mit Girlanden, Luftballons, Lampions oder Lichterketten, oder durch selbst Gebasteltes. Ein Ramadankalender wirkt an einer prominenten Stelle in der Wohnung besonders gut, z.B. im Essbereich oder im Wohnzimmer.

3. Ein Vorbild für unsere Kinder

Wir erinnern uns eher an Taten und seltener an Gespräche. Bei Kindern ist das ähnlich. Bringen wir unseren Kindern bei, was Ramadan bedeutet. Einfach indem wir es ihnen vorleben. So können sie sich unsere guten Eigenschaften aneignen und sich von schlechten Dingen fern halten.

4. Motivation

Unsere Kinder begreifen das Fasten am besten, wenn sie es selbst einmal versucht haben. Und wenn es nur ein paar Stunden ist und ihrem Alter entspricht. Ihr Fasten sollten wir mit einem kleinen Geschenk oder einem Lob anerkennen.

5. Geborgenheit schenken

Ein Teil des Ramadans besteht darin, trotz des Fastens milde und gütig zu bleiben. Das gilt vor allem auch für Eltern ihren Kindern gegenüber. Kinder, die den Ramadan mit Geborgenheit und Zufriedenheit verbinden, geben dieses Verhalten auch weiter.

6. Besuche nicht vergessen

Besuchen wir mit unseren Kindern unsere Verwandten, Kranke und Bedürftige. Damit zeigen wir unseren Kindern, was soziale Fürsorge im Islam bedeutet. So lernen sie auch den Stellenwert der Familie im Islam und sie erkennen, was das „Pflegen der „Verwandtschaftsbande“ tatsächlich bedeutet.

7. Iftar und Sahur mit der Familie

Das Iftar kann mitunter spät am Abend sein. Dennoch ist es wichtig, dass wir unsere Kinder zum Iftar dazuholen. Damit auch sie die familiäre Atmosphäre spüren. Bei dieser Gelegenheit können wir auch gleich gemeinsam Duas sprechen.

8. Moscheebesuche

Viele von uns kennen das aus der eigenen Kindheit: die Moscheebesuche waren im Ramadan immer etwas ganz Besonderes. Vor allem in der Lailatul Qadr. Das wären Erfahrungen, von denen unsere Kinder lange zehren könnten.

9. Iftar für Kinder

Kinder lernen spielerisch. Wir könnten extra für unsere Kinder ein Kinder-Iftar veranstalten. Dazu dürfen sie dann ihre Freunde, Cousins und Kusinen einladen. Sie könnten sich dann auch reihum einladen, so dass jeder einmal Gastgeber sein dürfte. Der Gastgeber bewirtet seine Gäste und organisiert das jeweilige Iftar. So üben die Kinder ganz leicht Verantwortung zu übernehmen.

10. Spendendosen

Basteln wir eine Spendendose oder lassen wir uns von muslimehelfen eine Sadaqa-Dose zusenden, in denen wir im gesamten Ramadan über jeden Tag ein wenig Sadaqa hineinwerfen und so unsere Kinder zum Spenden anregen. Auch wir Eltern und selbst unsere Gäste können für die Bedürftigen in die Sadaqa-Dosen spenden.

11. Ramadantafel

Eine Ramadantafel in einer schönen Ecke unserer Wohnung ist ein besonderer Hingucker: mit Wissenswertem über den Ramadan, Ramadan-Erinnerungen, schönen Texten zum Ramadan, Bildern und Zeichnungen über den Ramadan. Die Verwaltung und Organisation dafür könnten wir unseren Kinder überlassen.

12. Ramadan-Album

Wie wäre es mit einem Ramadan-Erinnerungs-Album, in dem unsere Erinnerungen, unsere Erlebnisse, was wir getan und was wir gelesen haben in Worten und Bildern eingefangen sind? Die jedes Jahr erstellten Ramadan-Erinnerungs-Alben könnten sogar ein wertvolles Familienarchiv für die nächste Generationen werden.

Wichtig!

Teilt uns eure Erfahrungen mit den aufgeführten Tipps mit oder schickt uns eure Vorschläge und Anmerkungen. Oder sendet uns aussagekräftige Fotos über die Umsetzung der Tipps zu. Eure Erfahrungen werden auch andere Muslime interessieren, die vielleicht durch euer Beispiel angespornt werden, etwas mit ihren eigenen Kindern umzusetzen.

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Über den Autor/en

mh-Redaktion

Die Redaktion von muslimehelfen berichtet regelmäßig über die Arbeit von muslimehelfen. Informationen zu den Projekten und Kampagnen, aber auch Wissen & Tun Artikel werden im Namen der mh-Redaktion verfasst.



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