Stilleben Hadsch, Kurban, Ibrahim, Taqwa, muslimehelfen

Veröffentlicht am 7. Oktober 2013 | by Nadya

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Hadsch

Ich höre mir gerne Vorträge an, in denen der Koran an Hand der arabischen Sprache erklärt wird. Das ist spannend. Das hilft mir beim Lesen und zu verstehen, wie der Inhalt aufgebaut ist.

Die al-Hadsch ist so eine Sura, die ich mir genauer angesehen habe. Die Sura heißt al-Hadsch. Es geht also um die Pilgerfahrt nach Mekka. Aber gleich die erste Aya beginnt mit: „Oh ihr Menschen, fürchtet euren Herrn!“, im Arabischen heißt es: „Ya ayyuhan naasu taquu rabbakum“. Gleich zu Beginn fordert Allah uns also zur Taqwa auf. Noch im selben Satz erinnert Er uns an die Stunde, den Tag des Jüngsten Gerichts. Also an unsere Sterblichkeit und daran, dass wir uns für unsere Taten verantworten müssen.

Das Wort Verantwortung steht zwar nicht explizit dort, aber es wird in der folgenden Aya anschaulich erklärt, wenn es heißt, dass der Schrecken an dem Tag so groß sein wird, dass die Menschen wie berauscht sind, ohne wirklich berauscht zu sein. Dann spricht Allah lange über die Schöpfung des Menschen und der Erde, aus welcher der Mensch geschaffen wurde. Wie die Erde verschiedene Stadien durchläuft, so geht es dem Menschen auch in seiner Entwicklung.

Später dann spricht Allah von Ibrahim (a.s), dass Er ihm den Ort genannt hat, an dem der Prophet (a.s.) die Kaaba bauen solle. Der Ort, an dem kein Schirk begangen werden darf, an dem gebetet wird. Dann folgt der Aufruf zur Hadsch für die Menschen. Direkt dahinter folgt Kurban. Und wieder fordert Allah von uns Taqwa. Beim Schächten geht es nicht um das Tier, es geht um unser Opfer, das wir bereit sind zu bringen. Kurban ist ein Ausdruck unserer Gottesfurcht, Taqwa.

Bald ist wieder Hadsch. Die ersten Pilger sind schon dort. In Mekka ist Taqwa ganz anders. Dort sind wir den Propheten nah. Direkt vor der Kaaba zu stehen und sich vorzustellen, wie Hagar zwischen Saffa und Marwa hin- und herlief und dabei auf Allah vertraute. Wie Ibrahim und Ismail (a.s.) die Kaaba bauten. Wie Prophet Muhammad (s) in Mekka gelitten und gelebt hat. Wie er (s) schließlich die Stadt eingenommen hat, ganz friedlich, nachdem er (s) so lange auf Allah vertraut hatte. Wie sie alle auf ihre Art Taqwa hatten. Das wünsche ich Dir, das zu erleben. Denn dazu sind wir hier: Allah zu beweisen, dass Er unser höchster Herr ist, al-‘Ala.

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Über den Autor/en

Nadya

ist Ägyptologin, war im Fundraising und ist jetzt für Projektadministration zuständig, interessiert sich für Menschen und Kulturen, Sprachen und Geschichte. Sie beobachtet gerne ihre Umwelt und versucht das Geschehen um sie herum von einem anderen Standpunkt aus zu sehen.



2 Kommentare zu Hadsch

  1. Sherif

    esselamu alejkum.
    ich habe eine frage zum schafe schlachten.
    ist es für alle mündigen und normal-reichen muslime eine verpflichtung- als fard?
    ..genau so wie die 5 Säulen des islam.
    …oder handelt es hier um eine empfehlung? also soll- handlung?
    bitte um eine klare antwort mit entsprechenden link zum wezrr studieren. selam. Sherif

    • Salam alaikum Bruder Sherif,

      vielen Dank für Deine Frage. Sie ist natürlich berechtigt. Als muslimische Hilfsorganisation sind wir vor allem Allah gegenüber verpflichtet. Unsere gesamte Arbeit basiert auf dem Vertrauen auf Allahs Wohlwollen und Zustimmung.

      Wir beziehen uns bei dem Thema Kurban auf die Sura al-Hadsch, dort besonders auf den Vers 34, in dem es heißt: „Und für jede Gemeinschaft haben Wir einen Opferbrauch gemacht, damit sie den Namen Allahs nennen über dem, womit Er sie versorgt hat vom Tier des Weideviehs. Und euer Gott ist ein einziger Gott, also Ihm ergebt euch friedenmachend, und kündige den Devoten Gutes an,“ (22:34, entnommen aus der Übersetzung von Ahmad von Denffer, Islamabad 2006).

      Aus diesem Vers geht hervor, dass Allah nicht nur den Muslimen, sondern auch allen anderen Gemeinschaften ein Opfer vorgeschrieben hat. Wir Muslime schächten demnach, weil Allah es von uns verlangt, in der Art, wie er es von uns verlangt.

      Zu Deiner Frage, für wen dieses Gebot gilt:
      „von dem, womit Er sie versorgt hat“ meint den Überfluss, den Allah uns gegeben hat. Das Gebot von Kurban gilt, ähnlich wie die Hadsch, für alle, aber es muss nur von denen ausgeführt werden, die finanziell dazu in der Lage sind. Sich extra zu verschulden, ist daher weder sinnvoll, noch erlaubt.

      Wir vertrauen nur sicheren Quellen, aus den oben genannten Gründen. Der folgende Kurzvortrag ist zwar leider auf Türkisch, aber die Seite wird von Gelehrten betrieben, die Islam als Fach studiert haben.

      http://www.fetva.net/goruntulu-fetvalar/kurban-kesmek-farz-midir-kurana-gore-hangi-hayvanlar-kurban-edilir.html

      Der Gelehrte stützt sich ebenfalls auf die oben zitierte Koranpassage und meint dazu, dass Kurban auf jeden Fall eine fard-Hadlung ist, die allerdings

      – für diejenigen gilt, welche die Möglichkeit dazu haben
      – für diejenigen gilt, welche den nötigen rizq haben, es sich finanziell also leisten können
      – nicht durch Schulden finanziert werden darf
      – für jede Ummah gilt
      – pro Familie möglich ist: es muss also nicht jedes Familienmitglied einzeln schächten
      – nicht jedes Jahr durchgeführt werden muss.

      Ich hoffe, dass ich Deine Fragen beantworten konnte. Ich wünsche Dir auch im Namen des gesamten muslimehelfen-Teams viel Erfolg in diesen besonderen Tagen und ein gesegnetes und friedliches Opferfest. Möge Allah Deine Bemühungen annehmen und auf die beste Art belohnen.

      Wassalam,

      Nadya

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