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Veröffentlicht am 25. Juni 2012 | by mh-Redaktion

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Gedenktage im Ramadan

Jusuf Qurtubi

Im Monat Ramadan liegen einige erinnernswerte Ereignisse der islamischen Frühgeschichte. Es besteht nicht die Sitte, jene Tage auf besondere Weise zu begehen. Frommes Gedenken an die Zeit des Heiligen Propheten (s) ist uns Muslimen aber immer eine tiefempfundene Herzenssache.

10. Ramadan

Am 10. Ramadan im Jahre 619 verschied Chadidscha, die erste Gattin des Heiligen Propheten Muhammad (s). Als später den alternden Gottgesandten die Last der Verantwortung immer schwerer drückte, erinnerte er sich gerne an die 25 glücklichen Jahre, die ihm mit der edlen Chadidscha vergönnt waren. Neben ihr hatte er keine zweite Frau. Er bekannte von Chadidscha in Dankbarkeit und Wehmut: „Als ich arm war, machte sie mich reich. Als mich alle verließen, gab sie mir Mut. Als andere mich zum Lügner erklärten, glaubte sie mir.“ Chadidscha war die erste Muslima.

17.Ramadan

Am 17. Ramadan des Jahres 624 fand die ruhmreiche Schlacht bei Badr statt. Es war die erste kriegerische Auseinandersetzung, zu der das junge islamische Gemeinwesen in Medina gezwungen wurde. Da der Ort Badr in der Nähe von Medina liegt, kann es sich in der Schlacht von Badr nicht um einen islamischen Angriff gegen die Götzendiener in Mekka gehandelt haben. Es ist übrigens eine unbestreitbare Tatsache, dass sich alle Kämpfe, zu denen die Muslime gezwungen wurden, in der Nähe von Medina abspielten. Damals besiegte eine ungeübte und ungenügend ausgerüstete Schar von 313 Muslimen ein kampferprobtes 1000-Mann-Heer der mekkanischen Götzendiener. Auf den Sieg bezieht sich der Qur’anvers: „Nicht ihr habt sie geschlagen, sondern Gott schlug sie. Und du (o Prophet) warfest nicht, als du warfest, sondern Gott warf. Auf dass Er den Gläubigen von sich aus eine schöne Gnade erweise. Wahrlich, Gott ist allhörend, allwissend.“ (8: 18)

19. Ramadan

Am 19. Ramadan des Jahres 630 erlebte die Geschichte einen großartigen Beweis von Menschlichkeit. Es war die unblutige Eroberung Mekkas durch das 10.000 Gläubige zählende Heer des Propheten. An jenem Tage nämlich, nach der bedingungslosen und ohne Schwertstreich erfolgten Kapitulation der Stadt, vergab der Heilige Prophet (s) den Ungläubigen, die die Gläubigen jahrelang aufs erbittertste und grausamste verfolgt hatten. Der Gottgesandte folgte damit dem weisen Rat des Heiligen Qur’an: „Wehre das Böse ab mit dem, was das Beste ist. Und siehe, der zwischen dem und dir Feindschaft war, wird in der Tat ein warmer Freund.“ (41:35) Das Ergebnis der vom Heiligen Propheten (s) geübten Verzeihung war der Übertritt der ergriffenen Einwohner Mekkas zum Islam. Das wiederum hatte einen großen Prestigegewinn des Islam unter den noch heidnischen Stämmen Arabiens zur Folge. Denn Mekka war das Herz der Wüsten und Steppen, deren religiöser, wirtschaftlicher und politischer Mittelpunkt. Wem Mekka gehörte, gehörte Arabien.

22.Ramadan

Am 22. Ramadan im Jahre 602 wurde Ali geboren, der spätere, vierte Kalif (656-661). Ali war Vetter des Heiligen Propheten Muhammad (s). Er hatte Fatima, eine Tochter des Propheten, zur Frau. Ali war der erste Muslim und hatte vortrefflich die islamische Lehre verstanden. Der Heilige Prophet (s) sagte über sein inniges Verhältnis zu seinem Vetter und Schwiegersohn Ali: „Ich bin die Stadt des Wissens und Ali ist ihr Tor.“

Die Nacht vom 26. auf den 27. Ramadan

In der Nacht vom 26. auf den 27. Ramadan im Jahre 610 wurde Muhammad (s) von Gott mit dem Prophetentum ausgezeichnet, jener Muhammad (s), dem seine Landsleute wegen seiner Ehrlichkeit den Beinamen „der Vertrauenswürdige“ gegeben hatten. Die Nacht wird im Heiligen Qur’an „Nacht der göttlichen Macht“ genannt und ist Gegenstand der Sure 97: „Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen. – Wahrlich, Wir offenbarten ihn (den Koran) in der Nacht der göttlichen Macht. – Und was lehrt dich wissen, was die Nacht der göttlichen Macht ist? – Die Nacht der göttlichen Mach ist besser als tausend Monate. – In ihr stiegen die Engel und der Geist (Erzengel Gabriel) herab nach dem Gebot ihres Herrn, mit all den Anordnungen (der Qur’an). – Friede und Heil herrscht bis zum Anbruch der Morgenröte.“ (97: 1-6) Die Offenbarung in der Nacht der göttlichen Macht bestand zwar nicht aus dem ganzen Qur’an, sondern nur aus den ersten sechs Versen der Sure 96: „Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen. – Trage vor im Namen deines Herrn der; erschaffen hat. – Er hat den Menschen erschaffen aus einem kleinen  Blutklumpen. – Trage vor! Dein Herr ist ja der Allgütige, der den Menschen durch die Feder lehrte. – Er lehrte den Menschen, was er nicht wusste.“

 Link zu Zwölf Dinge, die man in der Lailatu l-Qadr tun kann

Quelle:

Aus: Al-Islam, Ramadan 1379 n. H., 1960 n. Chr.

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