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Veröffentlicht am 7. Juli 2011 | by mh-Redaktion

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Familie, Frau, Gemeinschaft, Glaube, Koran, Menschenrecht, Menschlichkeit, nisaa, Ummah, zawadsch

Die Frau im Islam

Selbst in den früheren  „Hochkulturen“ wurde  die Frau jahrhundertelang  niedriger als ein Tier betrachtet. Im Mittelalter des Abendlandes wurde „theologisch“ diskutiert, ob sie eine Seele besitzt oder nicht. Der Koran stellte die Frau hingegen bereits im siebten Jahrhundert auf die „Stufe des Mannes“ und wies darauf hin, dass beide Menschen sind. So ist es nicht verwunderlich, dass z.B. die koranischen Begriffe „Mensch“ (insaan) und „Frauen“ (nisaa) auch philologisch miteinander zusammenhängen. Das entscheidende Kriterium, worauf die letzte Offenbarung Gottes Wert legt, ist der aufrichtige Glaube und die gute Tat – nicht das Geschlecht, denn es ist gottgegebenen.  Leider führten die Muslime diese in der Menschheitsgeschichte epochale Wendung der Wahrnehmung der Frau nicht in demselben Sinne und demselben Maße weiter.

Das heutige Problem besteht u.a. darin, dass das Thema „Frau“ fast ausschließlich geschlechtsspezifisch diskutiert wird. Dadurch entsteht unwillkürlich eine Zweiteilung in ein Männer- und Frauenlager. Diese Zweiteilung führt zur Entzweiung. Ständige Spannungen zwischen den Geschlechtern oder gar ein erbitterter Geschlechterkampf werden unausweichlich.  Der Lösungsansatz des Koran vermeidet dies. Denn die Heilige Schrift bezeichnet die Frau und den Mann in ihrem Verhältnis zueinander als Paar (zawdsch). Die beiden gehören zusammen – sowohl in der Gesellschaft, als auch in der Familie.

Die gläubigen Männer und Frauen sind einer des anderen Beschützer (awliya). Sie gebieten das Rechte und verbieten das Verwerfliche, verrichten das Gebet und entrichten die Abgabe und gehorchen Allah und Seinem Gesandten. Sie sind es, derer Allah Sich erbarmen wird…“  (Koran 9:71)

Sie sind euch ein Gewand (Geborgenheit) und ihr seid ihnen ein Gewand“ (Koran 2:187)

Bedeutet dies, dass Frauen keine Ungerechtigkeit, Benachteiligung und Unterdrückung erfahren? Nein, natürlich nicht.  Wichtig ist der richtige Ansatz zur Lösung des Problems: Die Frauen sind Menschen, und wenn Ungerechtigkeit und Unterdrückung geschehen, werden die Rechte der Menschen an sich verletzt. Deswegen geht dieses Problem die ganze Menschheit an – sowohl die Frauen, als auch die Männer!

Unsere Kampagne „Meine Schwestern“ richtet sich also nicht nur an Frauen, sondern an alle Menschen. Es geht um die Würde, Gerechtigkeit, Versorgung und Zukunft von Menschen, die Frauen sind. Sie haben es oft schwerer im Leben. Als Muslime müssen wir Verantwortung  dafür übernehmen.

 

 

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