Emha

Veröffentlicht am 7. Mai 2012 | by Emha

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Frankreich, Schleswig-Holstein, Griechenland – Lehren aus der Wahl

Assalamu aleikum, willkommen zurück aus dem Wahl-Wochenende. Egal bei welchem Gerät ich am Samstag oder Sonntag den Power-Knopf betätigte, es gab nur das eine Thema: Wahl in Frankreich, Wahl in Griechenland und weil’s so schön ist auch noch Wahl in Schleswig-Holstein und den Ausblick auf die Wahl in Nordrhein-Westfalen am kommenden Wochenende. Selbst auf meinen privaten Plattformen verfolgten mich Sarkozy, Hollande und Co. Aber nun kehrt inschallah ein wenig Wahlruhe ein: Sarkozy, der die letzten Woche noch stark am rechten Rand fischte, ist abgewählt und ein zurückhaltend-sympathischer Hollande im Beamtenlook löst den napoleonischen Rhethoriker ab. Frankreich hat sich nach links verschoben und nun müssen Angela Merkel und Francois Hollande das Gleichgewicht auf der Achse wieder herstellen – mit neuer Gewichtung. Und das wird auch für Angela Merkel nicht so einfach, denn hier ist das Machtverhältnis fast ausgeglichen: hauchdünn gewinnt die CDU zwar mit einem ihrer schlechtesten Wahlergebnisse, aber die kleinen Parteien werden das Zünglein an der Waage sein, beim Machtpoker um Schleswig-Holstein.

Vom Zünglein an der Waage kann man dagegen in Griechenland nicht sprechen. Hier haben die beiden großen Volksparteien viel Stimm-Boden verloren, aber nicht, wie bei einer großen Koalition zu befürchten war, zugunsten der radikalsten kleinen Parteien. Die Griechen wollen nur endlich mitbestimmen, wie es weiter gehen soll und haben diesen Willen in der Wahl zum Ausdruck gebracht. Europa hat gezittert und blickt nun halb erleichtert, halb besorgt nach Griechenland. Das Thema wird uns also noch weiterhin begleiten, aber mit einem griechischen Volk, dass inschallah nun wieder mit erhobenen Haupt und mehr Zuversicht vorwärts gehen wird – und mit Francois Hollande haben sie vielleicht eine neue Variable in den Fragen der europäischen Finanzpolitik auf ihrer Seite…

Merkt Ihr was? Der Kreis schließt sich. Wie immer hängt alles miteinander zusammen! Nichts verändert sich unabhängig von etwas anderem, sondern jede Entscheidung, jede Wahl, die wir treffen, verändert etwas. Hatte dieser junge Mann, der sich einst aus Verzweiflung in Tunesien selbst verbrannte, jemals daran gedacht, welche Auswirkungen seine Tat monate später in Syrien auslösen würde? Wir glauben, wenn wir uns im System unserer kleinen Alltäglichkeiten bewegen, dass die kleine Tat eines Einzelnen keine Wirkung haben kann, aber die Geschehnisse in unserem Umfeld zeigen doch etwas ganz anderes….

Ich frage mich, was würde sich wohl alles zum Besseren verändern, wenn unsere Schwestern und ihre Kinder ein Auskommen hätten, mit dem sie überleben, sich und ihre Familien bilden und die Gemeinschaft mit ihren Gaben bereichern könnten… ich frage mich, welche Auswirkungen das auf die Zukunft haben könnte…

wa salam

Eure

Emha, die sich hiermit auch noch einreiht in jene, die ihre Meinung zum Wahlwochenende verlautbaren möchten 😉

 

 

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Über den Autor/en

Emha

Geboren 1985, als Schwester Emha spickt sie ihren Kollegen über die Schulter, erklärt Kompliziertes und Aktuelles aus dem Büroleben und wenn Unterhaltung ansteht, dann ist Emha ganz vorne mit dabei.



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