Vernetzt

Veröffentlicht am 5. Juli 2015 | by Soufian

0

Wie viel fasten wir eigentlich wirklich?

iftar koalaDer Ramadan ist subhanallah eine besondere Zeit. Eine Zeit, in der selbst jemand, der das Gebet sonst vernachlässigt, auf die Minute genau weiß, wann der Sonnenuntergang ist.

Teils werden sogar die Stunden und die Minuten runter gezählt und ein extra Imsakiye mit allen Zeiten für den Fastenmonat ausgedruckt und neben den Esstisch gelegt, aber wie viel fasten wir denn wirklich?

Wenn man jetzt nur auf die Uhr schaut, dann ja wohl ziemlich viel. Besonders im internationalen Vergleich. Da sind wir locker bei über 17 Stunden pro Tag! Das sind fast doppelt so viele Stunden wie in Australien! Da muss man sich ja regelrecht beeilen, um in der verbliebenen Zeit überhaupt was essen oder trinken zu können.

Ach, in die Moschee will man ja auch noch. Das wird eng. Viel zu wenig Zeit, um die Unmengen an leckerem Essen zu verdrücken, dabei hatte man bereits so viel himmlisch duftende und ausgefallene Sachen eingekauft und selbst gebacken.

Aber was muss, dass muss. Also rein damit! Nicht dass man am nächsten Tag noch umfällt, weil man zu wenig gegessen hat.

songoku_dbz

Was kommt nach dem vielen Essen? Na, klar die Müdigkeit! Wie von einem Betäubungspfeil getroffen, beinahe gelähmt hat man gerade noch genug Kraft, um sich in die ungewohnt übervolle Moschee zu schleppen. Hat man dies geschafft, gilt es die Zeit bis zum Morgen zu überbrücken. Viele schlafen erst gar nicht, weil es sich nicht lohnt und man sonst umso schwerer aus dem Tiefschlaf kommt. Auch will man ja wach bleiben, um auch in der Nacht was zu essen. Besser tagsüber schlafen, denn wer schläft, der merkt auch nichts von seinem Hunger und die Zeit vergeht dabei wie im Traum!

Ich übertreibe natürlich. Aber völlig frei erfunden ist das auch nicht. Ich will damit nur sagen, dass wir scheinbar von der Zeit her lange fasten, aber im Kopf und im Herzen nur mit halber Kraft dabei sind. Große Teile der Fastenzeit werden mit Schlaf, Sinnlosigkeiten und Übermaß vergeudet. Dabei könnte eine leichte Mahlzeit uns dabei helfen fit genug und damit auch konzentriert zu bleiben und ganz bewusst zu fasten, zu beten und Koran zu lesen.

Nicht nur mit dem Körper, sondern mit der Seele.

Gerne verweise ich auch auf die Daumenregel: ⅓ Essen, ⅓ Trinken, ⅓ Luft. Das letzte Drittel gerne auch als Spende.

Ramadanhilfe

Schlagwörter: , , , , , , ,


Über den Autor/en

Soufian

86er Baujahr, Social Media Fuchs mit juristischem Background, marokkanischen Wurzeln und einer starken Bindung zur Moschee. Im Community Management von muslimehelfen tätig und bietet zwischen Fans und Followern Einblicke in die Gedankenwelt eines Admins.



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to Top ↑
  • muslimehelfen Aktion

  • Fans

  • Neu

  • Autoren


    mh-Redaktion

    Nadya

    Dua

    Soufian