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Veröffentlicht am 20. Juli 2011 | by mh-Redaktion

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Das Fasten im Islam – Mehr als eine Pflicht

Das Fasten ist ein einzigartiges religiöses Ritual des Islam. Der wörtliche Sinn des Fastens liegt darin, sich während des kompletten Monats Ramadan, dem neunten Monat des islamischen Jahres, vom Beginn der Morgendämmerung an bis hin zum Sonnenuntergang vollständig von Essen, Trinken, Geschlechtsverkehr und Rauchen zu enthalten. Beschränken wir jedoch den Sinn des islamischen Fastens auf diese Bedeutung, würden wir traurigerweise missverstanden werden. Denn als der Islam diese unvergleichliche Sitte einführte, pflanzte er einen ewig wachsenden Baum von unendlicher Tugend und mit unbezahlbaren Früchten.

Das islamische Fasten hat eine wichtige spirituelle Bedeutung:

  1. Es lehrt den Menschen das Prinzip der aufrichtigen Liebe: Hält er das Fasten ein, dann tut er dies nämlich aus tiefer Liebe zu Gott. Und ein Mensch, der Gott wahrhaftig liebt, ist ein Mensch, der wirklich weiß, was Liebe bedeutet.
  2. Es stattet den Menschen mit einem kreativen Sinn der Hoffnung aus und ebenso mit einer optimistischen Lebensanschauung; denn wenn er fastet, hofft er, Gott zufrieden zu stellen und erstrebt Dessen Gnade.
  3. Es bildet im Menschen ein aufmerksames und verantwortungsbewusstes Bewusstsein. Denn die fastende Person hält ihr Fasten sowohl im Öffentlichen als auch im Geheimen ein. Vor allem beim Fasten gibt es keine weltliche Instanz, welche das Verhalten des Menschen kontrolliert oder ihn dazu anhält, dieses durchzuführen. Er hält es ein, um Gott zu gefallen und um sein eigenes Gewissen zu befriedigen, indem er sich sowohl öffentlich als auch im Geheimen gewissenhaft verhält. Es gibt keinen besseren Weg, um ein gutes Bewusstsein zu erreichen.
  4. Es weist den Menschen in Ausdauer und Selbstlosigkeit ein, da er durch das Fasten die Schmerzen der Enthaltsamkeit spürt, sie aber geduldig erträgt.
  5. Es ist eine effektive Lehre in angewandter Mäßigung und Willensstärke.
  6. Das Fasten verschafft dem Menschen eine reine Seele, einen klaren Verstand und einen leichten Körper.
  7. Es lehrt den Menschen eine neue Art sinnvoller Genügsamkeit und kluger Finanzplanung.
  8. Es befähigt den Menschen, die Kunst der erlernbaren Anpassungsfähigkeit zu lernen. Diesen Punkt können wir leicht verstehen, sobald wir realisieren, dass das Fasten einen Menschen dazu bringen kann, seinen gesamten Tagesablauf umzukrempeln.
  9. Es schult den Menschen in Disziplin und in gesundem Überleben.
  10. Es erzeugt im Menschen den wahren Geist von sozialer Zugehörigkeit, von Einigkeit und Brüderlichkeit, von Gerechtigkeit vor Gott als auch vor dem Gesetz.
  11. Es ist eine göttliche Verordnung für die eigene Beruhigung und Selbstbeherrschung

Vielleicht ist nun jemand in Versuchung, einen Einwand zu erheben: Wenn es so um die islamische Institution des Fastens steht und wenn dies den Islam in dieser Hinsicht widerspiegelt, warum leben die Muslime dann nicht in einer solchen Utopie, einer solchen traumhaften Vorstellung?

Zu einem solchen Einwand können wir nur sagen, dass die Muslime in einem bestimmten Abschnitt ihrer Geschichte in einer Utopie gelebt und diese genossen haben. Das Zustandekommen dieser Utopie war das Phänomen eines einzigartigen Erfolges in der Geschichte der Menschheit. Wir verwenden den Begriff “einzigartig”, weil keine Religion oder soziales System außer dem Islam es je geschafft hat, die eigenen Ideale in die Realität umzusetzen.

Der Grund, warum die islamische Utopie heutzutage nicht vorhanden ist, ist vielfältig und leicht zu erklären. Um unsere Diskussion aber auf das Fasten zu beschränken, müssen wir sagen, dass einige Muslime das Fasten bedauerlicherweise nicht einhalten oder allenfalls diesbezüglich eine Haltung der Gleichgültigkeit annehmen. Andererseits sind sich manche Fastende nicht über dessen Bedeutung bewusst und ziehen folglich nur sehr wenig bzw. überhaupt keinen Nutzen daraus. Das ist der Grund, warum einige Muslime heute nicht in den Genuss der wahren Privilegien des Fastens kommen.

Das Fasten im Ramadan ist eine Pflicht für jeden mündigen und gesunden Muslim. 29 oder 30 Tage lang, je nach Stand des Mondes. Es ist eine Pflicht, aber mit dem entsprechenden spirituellen Hintergrund ebenso ein Segen für jeden Muslim. Möge Allah (t) Ihr Fasten annehmen.

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