Stilleben Ramadan, mubarak, Allah, muslimehelfen, beten

Veröffentlicht am 24. Juni 2014 | by Nadya

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Er ist wieder da

Elf Monate ist er fort. Die ersten Tage waren ganz schlimm. Mein ganzer Alltag war plötzlich durcheinander. Ich konnte kaum essen, es schien mir verboten. Ich musste ständig an ihn denken. Erst mit der Zeit habe ich gemerkt, was ich mit ihm alles verloren habe. All die Kraft, über mich hinaus zu wachsen und Berge zu versetzen, war verschwunden – von einen Tag auf den anderen. Das war die Zeit, in der ich den Satz verstanden habe: Du weißt erst, was Du an ihm hast, wenn er weg ist. Jetzt ist er fort.

Das letzte Jahr hatte ich versucht, jeden Gedanken an ihn zu ignorieren; mir selbst einzureden, dass es nichts bringt. Seit einigen Monaten habe ich das Gefühl, verloren zu sein. Ich brauche ihn.

Wenn er da ist, habe ich die Kraft Dinge zu tun, die ich nie für möglich gehalten hätte; meine Seele zurückzuhalten. Wenn er da ist, habe ich die Kraft, mehr zu sein. Ich habe die Kraft, mehr zu beten als sonst, intensiver zu lesen. Wenn er da ist, fällt mir alles leicht: Ich denke mehr an Allah, intensiver, ich fasse meine Absicht genau, mehrmals am Tag, ich bete mehr, auch in der Nacht. Ich lese über meinen Propheten Muhammed (s) und im Koran. Ich versuche den Koran zu verstehen.

Er fehlt mir. Er stellt mein Leben nicht auf den Kopf, er ordnet es. Am Wochenende kommt er zurück. Ich spüre das Kribbeln und freu mich wie ein kleines Kind. Ja, ich liebe ihn.

Ramadan mubarak.

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Über den Autor/en

Nadya

ist Ägyptologin, war im Fundraising und ist jetzt für Projektadministration zuständig, interessiert sich für Menschen und Kulturen, Sprachen und Geschichte. Sie beobachtet gerne ihre Umwelt und versucht das Geschehen um sie herum von einem anderen Standpunkt aus zu sehen.



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