Stilleben

Veröffentlicht am 8. September 2012 | by Nadya

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Botanischer Garten, lila Blüten, Dankbarkeit, Armut, muslimehelfen

Eine kleine Geschichte über Dankbarkeit

Es ist Anfang September. Der Spätsommer macht seinem Namen alle Ehre. Der Himmel ist blau und wolkenlos. Die Sonne scheint schüchtern, doch warm, auf mich herab. Ihre Strahlen kitzeln sich ihren Weg ganz sanft und sacht durch das z.T. dichte Blätterdach des Botanischen Gartens. Die Welt ist friedlich hier. Im Fernen höre ich das Dröhnen irgendwelcher Motoren und Flugzeuge, die ihrem Zielort entgegensteuern. Vereinzelt zwitschern Vögel. Sonst nichts. Stille beherrscht den Raum.

Es ist Samstag. Wochenende. Ich habe den Luxus, einer Arbeit nachzugehen, die mir Spaß macht. Ich kann sehen, hören und riechen. Ich spüre die Sonne auf meinen Händen. Sie ist warm. Kurzum: Es könnte mir kaum besser gehen.

Diese Welt ist kein Ort für Gerechtigkeit. Ein Kampf in ihrem Namen ist langwierig und schwer. In einer gerechten Welt müsste ich niemandem sagen, dass es mir gut geht, weil es jeder wüsste. Denn das Gegenteil würde nicht existieren. Deshalb sollten wir dankbar sein für jede Gnade, die Allah uns gewährt hat. Sie ist nicht selbstverständlich, nur weil wir hier so verwöhnt sind. Sicher, wir werden alle geprüft. Die einen härter als die anderen. Aber Allah hat uns versprochen, Er prüft uns nur in dem Maß, das wir auch ertragen können. Denn Allah ist gerecht. Er ist die einzige Gerechtigkeit, die es gibt. Wir sollten uns also nicht beschweren (und damit meine ich vor allem mich), wenn uns wieder einmal etwas trifft, das wir als „Unheil“ ansehen.

Wie sagt man so schön: Es gibt immer jemanden, dem es schlechter geht, als einem selbst. Und das stimmt. Ich habe Armut mit eigenen Augen gesehen. Und sie hat nichts zu tun mit dem, was wir hier kennen.

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Über den Autor/en

Nadya

ist Ägyptologin, war im Fundraising und ist jetzt für Projektadministration zuständig, interessiert sich für Menschen und Kulturen, Sprachen und Geschichte. Sie beobachtet gerne ihre Umwelt und versucht das Geschehen um sie herum von einem anderen Standpunkt aus zu sehen.



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