Projekte Kurban, muslimehelfen, Opferfest, Ibrahim, Armut

Veröffentlicht am 4. Oktober 2012 | by Nadya

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Der Name der Armut – und die Gesichter dahinter


Dunkelrot geht die Sonne auf. Sie kündigt einen neuen Tag an: Kurban! Wir können diese Zeit als ein Fest genießen. Dank der Prüfung Ibrahims (Allahs Friede auf ihm). Als Allah einen Beweis für seinen Glauben an Ihn verlangte, zögerte er (Allahs Friede auf ihm) nicht. Er opferte – durch die Gnade Allahs einen Widder.

Dunkelrot geht die Sonne unter. Es herrscht Dürre. Anderswo überrennt Wasser die Menschen und hinterlässt Zerstörung. Diese entsteht auch bei Erdbeben. Dann  fallen die ärmlichen Behausungen wie Kartenhäuser zusammen. Verzweiflung bleibt. Genau wie in Kriegsregionen.

Die Betroffenen leiden verschieden und doch gleich. Denn sie teilen sich bittere Armut. Sie ist überall. Sie raubt den Betroffenen ihr Anrecht auf ein menschenwürdiges Leben und hinterlässt nur Ohnmacht.

Allein können die Betroffenen sie nicht überwinden. Sie sind Landarbeiter, haben nur ein geringes Einkommen, oder meist gar keines. Sie haben kaum eine Mahlzeit am Tag. Nicht so an Kurban. Durch Spenden können die Partner von muslimehelfen Tiere schächten und das Fleisch an die Bedürftigen verteilen.

Kurban ist ein Fest. Alhamdulillah! „Als Mutter von vier Kindern bin ich glücklich, dass meine Kinder am Festtag etwas Fleisch essen. Gewöhnlich vergeht der Monat für uns, ohne dass wir Fleisch kosten. …“, sagt Mariam Nambozo. In drei Bezirken Ugandas bietet das Fleisch zu Kurban den Menschen ein Fest, das seinen Namen verdient. Denn die Armut ist groß.

Aber Armut hat viele Gesichter, z.B. das von Nuradin Kemal. „… Eine Kurban-Spende wie dieses Jahr erlebe ich das erste Mal. …“, sagt er und meint die Verteilung von Kurban-Fleisch im äthiopischen Habro. Dort verteilt muslimehelfen über seine Partner in zwei Dörfern Kurban-Fleisch. Da zu leben ist eine harte Prüfung. Armut ist ein zäher Gegner. Sie trifft meist die, die sich schwer wehren können: Alte, Schwache, Kinder.

Diese extreme Armut wäre in Teilen Indonesiens ein Grund für Hoffnungslosigkeit – ohne die Helfer, die für muslimehelfen vor Ort Projekte umsetzen. Diese Hilfe wirkt. Die Ziegen, die im Namen der Spender geschächtet werden, kommen von lokalen Züchtern. Diese profitieren von einem früheren Projekt, das Viehzüchter bei der Existenzgründung unterstützte. So wird für sie ein Absatzmarkt geschaffen. Doch der Weg gegen die Armut ist lang.

Denn sie folgt auch nach Kriegen. Tschetschenien hat den Krieg nicht überwunden. Kurban als Segen zu empfinden ist eine Gabe. So wie bei Arsabekov Rustam. Die Versorgung seiner drei Kinder deckt seine Invaliden-Pension nicht. Dennoch klingt er fröhlich. „Kurban ist ein sehr schönes Fest, wenn alle Menschen, reich und arm, genug zu essen haben und ihre guten Taten für Allah vermehren.“

Armut schreibt aber auch andere Geschichten. In Togo finanziert muslimehelfen ein Blindenzentrum. Ohne Unterstützung bleibt den Sehbehinderten nur um ihre Mahlzeiten zu betteln. Doch an Kurban profitieren sie und ihre Familien.

Um die Not all jener zu lindern führt muslimehelfen mit lokalen Partnern u.a. Kurban-Projekte durch. Sie versorgen die Menschen zwar nur kurzzeitig mit Fleisch. Aber es lässt sie wissen, dass es viele gibt, die an sie denken und für sie spenden. Auch außerhalb Kurbans sind sie nicht vergessen. Denn muslimehelfen führt vielerorts ganzjährig Projekte durch.

Dass die Gelder von muslimehelfen auch als Hilfsgüter bei den Bedürftigen ankommen, wird u.a. durch Stellungnahmen der Partner selbst bestätigt, z.B. durch Moulavi A.L. Hameed und Moulavi A.C.M. Ishaak von der Azizah Foundation aus Sri Lanka: „… Die Verteilung erfolgte an jene, die an extremer Armut leiden, wie Waisen, Witwen und vertriebene Menschen. …

Armut bleibt. Aber sie kann bekämpft werden. muslimehelfen tut dies durch Spenden. Allein für das letzte Kurban konnten über 200.000 Menschen in dreizehn Ländern durch Spenden von über 360.000€ versorgt werden.

Kurban ist für muslimehelfen nur ein Anlass zu geben. Für die zu Kurban Bedachten ist es ein Fest – endlich. „… Ich habe den Traum dieses Fest eines Tages vollkommen genießen zu können und Geld zu sparen um ein Tier zu schächten …“ schwärmt Arsabekov Rustam. In diesem Sinne: ein gesegnetes Fest uns allen! Amin.

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Über den Autor/en

Nadya

ist Ägyptologin, war im Fundraising und ist jetzt für Projektadministration zuständig, interessiert sich für Menschen und Kulturen, Sprachen und Geschichte. Sie beobachtet gerne ihre Umwelt und versucht das Geschehen um sie herum von einem anderen Standpunkt aus zu sehen.



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