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Veröffentlicht am 9. Mai 2017 | by Soufian

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Deine Zakat im Ramadan

Die Aufzählung der Säulen des Islam fällt einem leicht, aber wie sehr leben wir sie auch aus? Das Glaubensbekenntnis begleitet uns ähnlich wie das Gebet tagtäglich. Das Fasten ist spätestens im Ramadan im Fokus unserer Aufmerksamkeit und mit großer Sehnsucht blicken wir immer wieder auf Bilder aus Mekka und tragen tiefen Respekt vor den Pilgern in uns.

Die Zakat hingegen ist gefühlt etwas unauffälliger, dezenter, um nicht zu sagen bescheidener, da dies eine private Angelegenheit ist und man nach außen sichtbar selten damit konfrontiert wird, dabei wird sie im Koran sehr oft in direkter Verbindung mit dem Gebet genannt!

So steht beispielsweise in Sure 24 Vers 56:

“Und verrichtet das Gebet und entrichtet die Abgabe und gehorcht dem Gesandten, auf dass ihr Erbarmen finden möget!”

Bemerkenswert ist auch die Bedeutung des Wortes Zakat, welches als „Reinheit“ übersetzt werden kann. So erläuterte auch der Prophet (صلى الله عليه وسلم) sinngemäß:

„Gott hat euch die Zakat nur darum zur Pflicht gemacht, damit dadurch euer übriges Eigentum gereinigt werde.“

Es geht also darum unser Vermögen zu säubern, aber auch um uns selbst von Geiz und Habgier zu befreien, wie uns auch das Gebet von Überheblichkeit und Hochmut reinigt und das Fasten unsere Begierden und Gewohnheiten zügelt. Unser Prophet (صلى الله عليه وسلم) sagte weiterhin dazu:

„Der freigiebige Mensch ist Gott, dem Paradies und seinen Mitmenschen nahe und fern von der Hölle; der Geizige dagegen ist fern von Gott, vom Paradies und seinen Mitmenschen und nahe der Hölle.“

Wer das Mindestvermögen (Nisab) überschreitet, der hat die Pflicht davon 2,5% als Zakat, für die im Koran aufgeführten Zwecke, aufzuwenden:

„Die Almosen sind nur für die Armen, die Bedürftigen, diejenigen, die damit beschäftigt sind, diejenigen, deren Herzen vertraut gemacht werden sollen, (den Loskauf von) Sklaven, die Verschuldeten, auf Allahs Weg und (für) den Sohn des Weges, als Verpflichtung von Allah. Allah ist Allwissend und Allweise.“ (Koran 9:60)

Diese vermögensabhängige Pflichtabgabe ist dabei nicht zu verwechseln mit grundsätzlich freiwilligen Spenden (Sadaqa) oder auch der Zakatul-Fitr, die im Ramadan verpflichtend zu leisten ist.

Der Gegenwert für Zakatul-Fitr ist dabei im Gegensatz zur Zakat nicht vom Vermögen abhängig, sondern ergibt sich im wesentlichen aus dem Preis für die Lebensmittel und den Kosten, um die Verteilung rechtzeitig zu ermöglichen. So soll die Zakatul-Fitr die Begünstigen noch im Ramadan erreichen. Dieses Jahr wurde dafür ein Betrag in Höhe von 7 Euro pro Person im Haushalt ermittelt und wir kümmern uns gerne auch um Deine Zakatul-Fitr.

Man darf natürlich auch mehr als 7 Euro dafür geben. Alles darüber hinaus gilt dann als eine freiwillige Sadaqa.


Über den Autor/en

Soufian

86er Baujahr, Social Media Fuchs mit juristischem Background, marokkanischen Wurzeln und einer starken Bindung zur Moschee. Im Community Management von muslimehelfen tätig und bietet zwischen Fans und Followern Einblicke in die Gedankenwelt eines Admins.



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