Gastbeitrag

Veröffentlicht am 9. Februar 2019 | by mh-Redaktion

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Das positive Wirken der Muslime in unserer Gesellschaft

„Ja, die spendenden Männer und die spendenden Frauen und die Allah ein gutes Darlehen leihen,
für sie wird es vervielfacht, und für sie gibt es edelmütige Belohnung.“
(57:18)

Der Prophet Muhammad, Friede sei auf ihm, sagte:„Wenn jemand ein Stück von einer Dattel spendet, dass er mit Halal (mit erlaubten Mitteln) verdient hat, dann nimmt Allah es mit Seiner rechten Hand.” Das heißt, Er akzeptiert diese Spende ausdrücklich. Und es heißt weiter, dass Allah dieses Stück einer Dattel pflegt, wie jemand sein kleines Pferd pflegt, bis der Spender Allah begegnet und dieses Stück so groß wie ein Berg geworden ist.

Wenn man den Begriff Ehrenamt nachschlägt findet man folgende Erklärungen:

Freiwilliges unentgeltliches Engagement in gesellschaftlich relevanten Bereichen. [Ehrenvolles] (besonders öffentliches) Amt, das überwiegend unentgeltlich ausgeübt wird.

Ehre ist so etwas wie Anstand, Respekt, es ist insbesondere auch der Wert, der einem von anderen zugewiesen wird.

Mein Mann und ich sind seit 37 beziehungsweise 34 Jahren ehrenamtlich tätig und fühlen uns sehr geehrt und dankbar, die Gelegenheit bekommen zu haben, diese Tätigkeit ausüben zu können. Als Muslime haben wir uns in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens engagiert und engagieren uns immer noch. Alhamdulillah. Unter anderem zählen Universitäten, Schulen, Schulungen bei den Behörden, Interreligiöser Dialog, Organisation von Islam Wochen und Islam Wochenenden, Arbeit mit Geflüchteten und Gemeindearbeit zu den Bereichen, in denen wir uns einbringen. Unser Auftraggeber sind wir selbst. Wir entwickeln Ideen und Konzepte, führen sie aus oder arbeiten eng mit anderen zusammen, die auch aktiv sind und Hilfe brauchen. Wir engagieren uns dort, wo solch ein Engagement notwendig ist. Wir sind keine geschulten „Spezialisten“ oder Mitarbeiter vom Fach, sondern Autodidakten, die es als ihre islamische Pflicht sehen, sich für ein gerechtes und friedliches Zusammenleben in unserer Gesellschaft und anderswo einzusetzen. Die ehrenamtliche Arbeit sehen wir als unsere Berufung!

Im vergangenen Jahr hatte ich die Idee, mich bei der ehrenamtlichen Gruppe von muslimehelfen einzubringen. Zusammen mit meinem Mann wollten wir das Gute in einer karitativen Organisation wie muslimehelfen unterstützen. Mein Mann Abdulqadir Schabel ist Mitglied bei muslimehelfen seit Anbeginn. In dieser Gruppe sind einige wenige junge Menschen zusammengekommen um neben ihrer Arbeit, ihrem Studium und Familienleben, in ihrer Freizeit etwas Sinnvolles und Gutes für die Bedürftigen zu tun. Es sind Menschen, die ihre Verantwortung als Muslime in der Gesellschaft ernst nehmen und sich positiv einbringen. Wir als ältere möchten unsere jüngeren Geschwister unterstützen und ihnen unsere Erfahrungen vermitteln. Gleich beim ersten Treffen waren wir uns einigund haben beschlossen, regelmäßige Infostände in verschiedenen Städten zu organisieren, um muslimehelfen
bekannter zu machen.

muslimehelfen ist vielen Muslimen ein Begriff, aber unter den Nicht-Muslimen gibt es fast niemanden, der diese wunderbare Hilfsorganisation, die seit ihrer Gründung im Jahr 1985 schon so viel geholfen hat, kennt. Sie ist in über 21 Ländern mit über hundert Projekten präsent. Die Projekte sind gut durchdacht und vielfältig. Sie rangieren von Waisenhilfe, Nothilfe, Selbsthilfe bis Kurban- und Ramadanprojekten. Für 2018 entschieden wir uns für die Stadt Darmstadt. Das Ordnungsamt erlaubte uns sechs Mal einen Infostand in der Fußgängerzone aufzubauen.

Die Reaktion der Bevölkerung war ausschließlich positiv. Die Muslime waren sehr erfreut darüber, dass Positives im Namen des Islam stattfand. Etwas, womit sie sich alle identifizieren konnten. Die Nicht-Muslime waren besonders interessiert und nahmen sich viel Zeit für unsere Erklärungen. Sie lobten uns sehr für unser Engagement und wünschten uns weiterhin viel Erfolg.

Eine Lehrerin, die sehr begeistert war, nahm Lesematerial für ihre muslimischen Schüler mit, mit der Begründung, dass die muslimischen Schüler über muslimehelfen informiert sein sollten. Sie sagte: „Auch muslimische Schüler können stolz sein eine Hilfsorganisation zu haben.“

Es fanden natürlich auch andere Gespräche statt, Fragen zur Situation der Muslime in Deutschland und anderswo, Flüchtlingspolitik, wachsende Armut und Unzufriedenheit in der Gesellschaft. Es war interessant zu beobachten, dass Nicht-Muslime genauso gespendet haben wie Muslime. Kleine Beträge, Münzen aber auch kleinere Banknoten. Oft gaben Eltern ihren Kindern die Spende in die Hand, um sie in die Spendendose zu werfen. Ich fand das wunderbar. Als Mutter handelte ich jahrelang genauso, um auch meine Kinder so zu erziehen, dass sie Empathie für die Bedürftigen empfinden und früh lernen mit ihnen zu teilen und für sie Verantwortung zu übernehmen.

Das finde ich sehr wichtig, denn unsere Kinder in Deutschland sind alhamdulillah wenig mit akuter Armut konfrontiert. Sie erleben keine Naturkatastrophen. Die meisten wissen nicht, wie es einem ohne ein soziales Netzwerk zu leben gelingt, ohne Rente und soziale Absicherung. Sie wissen nicht, dass es Menschen gibt, unter ihnen viele Kinder, welche einen ganzen Tag für eine einzige Mahlzeit arbeiten müssen. Menschen, die am Morgen nicht wissen, ob sie am Abend überhaupt etwas zum Essen haben werden. Talentierte Menschen, die nie eine Chance bekommen eine Schule zu besuchen oder einen Beruf zu erlernen. Menschen, die ihre Kinder verkaufen, um mit diesem Geld die Familie zu ernähren. Menschen, die sehr früh sterben, weil sie einfach zu arm sind. Die Liste ist sehr lang und sehr traurig.

Wir als ehrenamtliche Mitarbeiter sind bemüht muslimehelfen weiter bekannt zu machen, auch damit es die positive Wirkung der Muslime in unserer Gesellschaft unterstreicht und bei den Muslimen ein Bewusstsein schafft, den Bedürftigen zu helfen und sich ehrenamtlich einzubringen. Unsere ökonomische Unabhängigkeit erlaubt es uns, dass wir uns ehrenamtlich engagieren. Es ist notwendig Hilfsorganisationen zu gründen und das Ehrenamt zu fördern. Ein gesundes und friedliches Miteinander in unserer Welt ist nur möglich, wenn die Reichen ihren Segen mit den Armen teilen, diese unterstützen und beschützen. Das ist unsere Aufgabe als Menschen und unsere islamische Pflicht.

Möge Allah uns helfen.

Verfasst von Fatana Schabel


Über den Autor/en

mh-Redaktion

Die Redaktion von muslimehelfen berichtet regelmäßig über die Arbeit von muslimehelfen. Informationen zu den Projekten und Kampagnen, aber auch Wissen & Tun Artikel werden im Namen der mh-Redaktion verfasst.



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