Emha

Veröffentlicht am 4. April 2012 | by Emha

0
Emha, Betreuungsgeld, Familie, Kinder, Frau, Existens, Gemeinschaft, Hilfsbedürftige, Hilfe

Betreuungsgeld – wo führt es hin?

Assalamu aleikum, über die derzeitige Debatte in den Nachrichten kann ich nur den Kopf schütteln. Das Betreuungsgeld spaltet die politische Nation, und Familien reiben sich verwundert die Augen. Der deutsche Staat finanziert mit vielen Millionen Euro den Ausbau von Kindertagesstätten und da kommt natürlich die Frage auf: “Und was ist mit denen, die ihre Kinder selbst betreuen wollen?” Also zaubert man das Betreuungsgeld aus dem Hut, das nun eine gerechte Wahlmöglichkeit gewährleisten soll, ob man sein Kind in eine Kindertagesstätte geben oder lieber selbst “Kindertagesstätte” sein möchte. Die Bundesregierung scheint sich nicht entscheiden zu können, welchen Weg sie fördert.

Aber noch mehr wundert man sich über die Höhe des Betreuungsgeldes: “Ist die Erziehung der Kinder Zuhause nur 150 EUR/Monat wert? Das deckt noch nicht einmal den Grundbedarf einer guten Erziehung und Betreuung. Der Betrag sagt so einiges über die gefühlte Wertschätzung der Arbeit von Müttern aus. Schließlich ist die Betreuung der Kinder Zuhause auch eine Arbeit: 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag, ohne geregelte Arbeits- oder Urlaubszeiten und mit hohem Ressourcenaufwand und der Verantwortung, die sonst nur Top-Manager haben. 150 EUR kann dabei nur eine symbolische Anerkennung sein, die jedoch selbst in ihrer Symbolik etwas die Stellung des Berufs  “Hausfrau und Mutter” in unserer Gesellschaft aussagt. Aus Sicht einer muslimischen Frau, die mit Stolz den Satz im Herzen trägt, dass unter den Füßen der Mütter das Paradies liegt, sind 150 EUR ein Schlag ins Gesicht….

Und es stellt sich mir noch eine weitere Frage “Wo führt diese Entwicklung hin?”

Wenn alles, was man tut, in Geld bemessen wird…, wenn für jede Handlung, und sei sie die natürlichste auf der Welt, ein Geldbetrag dafür im Raum steht… was lernt unsere Gesellschaft daraus? Dass ich Dinge nur noch tue, wenn ich dafür bezahlt werde? Dass ich am Ende nur noch Dinge tue, die “gut” bezahlt werden? Kinder zu bekommen ist bereits jetzt in vielen Köpfen ein Aufrechnen von Kosten und Nutzen. Gelebte Nachbarschaft und Familie unterliegt bereits jetzt dem allgemeinen Termindruck und soziales Engagement nimmt weiter ab, weil ehrenamtliche Arbeit ein Luxus geworden ist, den sich nicht mehr jeder leisten kann.

Mich erschreckt diese Entwicklung. Was wird am Ende dieses Weges mit all jenen sein, die eine “schlechte” Investition sind? Die keine Gegenleistung erbringen können? Hilfsbedürftige Menschen wird es immer geben: Arme, Alte, Kranke und Schwache… jene, die unseren Schutz brauchen oder unsere Pflege? Wir auch unsere Sorge um sie irgendwann nur noch ein Geldbetrag sein?

Möge Allah (ta) uns vor einer solchen Gesellschaft bewahren…

wa salam

Eure Emha

 

Schlagwörter: , , , , , , , ,


Über den Autor/en

Emha

Geboren 1985, als Schwester Emha spickt sie ihren Kollegen über die Schulter, erklärt Kompliziertes und Aktuelles aus dem Büroleben und wenn Unterhaltung ansteht, dann ist Emha ganz vorne mit dabei.



Kommentare sind geschlossen.

Back to Top ↑
  • muslimehelfen Aktion

  • Fans

  • Neu

  • Autoren


    mh-Redaktion

    Nadya

    Dua

    Soufian