Emha

Veröffentlicht am 11. Januar 2012 | by Emha

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Politik, emha, Barak Obama, USA, Gemeinschaft, Glaube, Ostafrika, muslimehelfen

Die Barak Obamas dieser Welt

Assalamu aleikum, derzeit erleben wir die Demontage eines tragischen Helden. Immer wenn über den Wahlkampf in den USA berichtet wird, wird mir ein wenig schwer ums Herz. Da gab es einmal einen Mann, der wollte die Welt verändern und die Welt folgte ihm, im Glauben, dass er es tatsächlich schaffen könnte – einfach weil er er war. Barak Obama, der erste nicht-weiße Präsident der USA, krempelte die Ärmel hoch und sagte voller Zuversicht: “Yes, we can!” – und scheiterte am System.

Ich kann mich noch an die ersten Wochen seiner Amtszeit erinnern: da führte er die ersten Reformen durch … und machte sich bereits die ersten Feinde. Er bereiste die islamischen Länder … und brachte damit weitere Lobbys gegen sich auf. Langsam merkte man, dass er einknickte, dass er die anfängliche Zuversicht verlor. Das schillernde Bild eines Hoffnungträgers wurde trübe. Hatte er sich zu viel vorgenommen? Aber an einem Ziel wollte er festhalten: Er versuchte in einem schier unmenschenlichen Kraftakt, gegen tausend Widerstände das durchzusetzen, was wir hier in Deutschland genießen: eine gesetzliche Krankenversicherung – und beim Durchschnittsamerikaner beschwor er damit das Gespenst des Sozialismus herauf. Er hatte Ideale, bekam für diese Ideale den Friedensnobelpreis auf Pump, und das System demontierte ihn Stück für Stück – tragisch.

Nun hören wir die Parolen der Gegenkandidaten! Alles scheint Obamas Schuld zu sein! Die Wirtschaftskrise, die Arbeitslosigkeit, die schlechte Stimmung im Land… dabei ist es noch gar nicht so lange her, da waren die USA schuldenfrei. Der parteiliche Vorgänger Barak Obamas, Bill Clinton, hatte das Land fast schuldenfrei hinterlassen – bis George W. Bush es übernahm. Aber 4 Jahre sind eine lange Zeit in der Politik. Da vergisst man schnell….und das Schlamassel von Kriegstreiberei, Schulden, Immobilienblase und Guantanamo, das Barak Obama von seinem Vorgänger George W. Bush erbte, das konnte selbst ein Barak Obama nicht bewältigen. Nicht gegen all jene Widerstände, die er erlebte. Im derzeitigen Wahlkampf rühmt sich eben jene Partei, die die Probleme zu verantworten hat, alles besser machen zu wollen. Als hätte es einen George W. Bush in ihren Reihen nie gegeben….

 

Nun fragt sich der geneigte Leser sicherlich, was hat das alles mit muslimehelfen zu tun?

Für mich ist das Lehrstück Barak Obama ein Spiegelbild dessen, was in unserer Welt abläuft. Da werden nicht jene zur Rechenschaft gezogen, die das Unheil anrichten, sondern jene, die einfach zur falschen Zeit am falschen Ort sind. Die Bedürftigen dieser Welt erben das, was andere verwirtschaftet haben. Sie leiden Hunger und Durst, weil politische Strippenzieher im Hintergrund Kriege führen oder sich selbst bereichern. Der Hunger und Durst in Ostafrika steht exemplarisch für einen Klimawandel, den diese Menschen nicht verursacht haben, für einen Krieg, den diese Menschen nicht verstehen, für einen ländlichen Ausverkauf, an dessen Gewinn sie nicht teilhaben. Sie sind Opfer eines Systems.

 

Und? Was ziehen wir daraus für eine Konsequenz?

Wir können natürlich im Gleichschritt mitmarschieren und resigniert das System abnicken und es uns darin so gut wie möglich einrichten. Oder…

 

Wir stellen uns trotz des fast aussichtslosen Kampfes gegen Goliath auf die Hinterbeine, krempeln die Ärmel hoch, helfen dort, wo wir helfen können und sagen: “Yes we can!”

Damit können wir vielleicht nur wenig ändern, aber wir können ein Zeichen setzen.

 

wa salam

Eure

Emha

 

 

 

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Über den Autor/en

Emha

Geboren 1985, als Schwester Emha spickt sie ihren Kollegen über die Schulter, erklärt Kompliziertes und Aktuelles aus dem Büroleben und wenn Unterhaltung ansteht, dann ist Emha ganz vorne mit dabei.



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