Gastbeitrag

Veröffentlicht am 13. Dezember 2016 | by Ibrahim Aslandur

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Aleppo: Ein weiteres Srebrenica?


Drohnen – die über Aleppo fliegen – senden Bilder einer grauen Wüste aus zerstörten Wohnblöcken und in die Höhe ragenden Stahlträgern.  Diese Bilder sind nicht vergleichbar mit Eindrücken aus Bagdad oder Kabul, sie erinnern an Szenen aus dem Zweiten Weltkrieg. Willkürliche Flächenbombardements und die systematische Zerstörung der Wohnsiedlungen, Krankenhäuser und sozialen Einrichtungen, zwingen die gesamte Stadt in die Knie. Aleppo wird zu dieser Stunde zum Inbegriff des „totalen Kriegs“.

Der erbarmungslose Kampf der Millionenstadt fordert nicht nur zehntausenden Menschen das Leben, sondern er fordert vor allem unsere gesamte Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft. Staffan de Mistura – der UN-Sonderbeauftragte für Syrien – appelliert an das Gewissen der Menschen, indem er anmahnt „ein anderes Srebrenica und Ruanda“ zu verhindern. Der Vergleich der „Srebrenica-Tragödie“ und der momentanen Situation in Aleppo ist alles andere als abwegig! Führt man sich die Lage in Aleppo vor Augen wird das drohende „zweite Desaster“ immer realer. Die Zivilisten der Stadt (geschätzt 100.000 Menschen) werden in einem immer kleiner werdenden Gebiet zusammengepfercht. Die Lebensmittelrationen neigen sich dem Ende zu und humanitäre Hilfswege sind zum größten Teil für die Benutzung zu gefährlich oder gar nicht vorhanden. Im östlichen Teil Aleppos ist die Lage wahrscheinlich am verheerendsten. Seit Juli diesen Jahres konnten Helfer diesen Teil der Stadt nicht mehr betreten. Wegen der Blockade fehlt es dort akut an Lebensmittel, sauberem Trinkwasser, Strom und medizinischer Versorgung. Durch die andauernde Bombardierung, die lebensbedrohliche Isolation und die Verknappung der Rationen droht Aleppo die Hungersnot.

Schon wieder werden wir Zeugen eines traurigen Kapitels in der Menschheitsgeschichte. Unsere Kinder werden nach Jahren auf die verheerenden Bilder „Aleppo im Jahre 2016“ starrend fragen:

„Was hast du damals unternommen?“.

Ein Ansatz ist es im Rahmen der Winterhilfe zumindest die Situation der syrischen Flüchtlinge im Libanon zu verbessern. Dafür kannst Du gerne bei muslimehelfen spenden.

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Über den Autor/en

Ibrahim Aslandur

1992 im beschaulichen Karlsruhe geboren. Nach dem Abitur im Jahre 2011 absolviert er im Rahmen seines Studiums der Islamsichen Theologie einen Intensivkurs der arabischen Sprache in Kairo. Gegenwärtig führt er sein Studium in Istanbul an der Marmara Universität fort.



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