Wissen&Tun Ramadan

Veröffentlicht am 20. April 2016 | by Soufian

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Die Absicht im Ramadan


Oftmals werden wir gefragt, warum wir fasten. Und selbst wenn uns dies selbstverständlich erscheint, so sollten wir uns über die Antwort im Klaren sein, denn damit steht und fällt unser Fasten im Ramadan.

Fasten wir etwa aus Gewohnheit? Weil dies alle tun? Weil dies von einem erwartet wird?

Nein, sondern ausschließlich für Allah, der die Pflicht des Fastens allen auferlegt hat, die den Glauben verinnerlicht haben (vgl. 2:183). Dies ist die Grundlage für die korrekte Absicht des Fastens und Allah weiß stets, was uns im Innern antreibt, so ist Er uns schließlich näher als unsere eigene Halsschlagader (vgl. 50:16).

In diesem Bewusstsein, sollten wir unsere Absicht – unsere Niyya – überprüfen und rein halten, damit unser Fasten auch angenommen wird und mehr bringt als bloßen Hunger und Durst.

Zwar sollte man meinen, dass die innere Absicht nichts an der Tat an sich ändert, dem ist aber im islamrechtlichen Sinne nicht so, denn durch eine unreine Absicht rauben wir der Tat die Möglichkeit des Segens.

Schauen wir als Beispiel auf das Spenden. Zwar macht es für den Bedürftigen, der eine Spende erhält, rein materiell betrachtet effektiv keinen Unterschied, mit welcher Absicht gespendet wurde, aber wenn jemand eine Spende tätigt, um hochmütig damit zu prahlen oder sich dabei für etwas Besseres hält, dann läuft etwas Grundlegendes im Charakter des Menschen schief.

Warum sollte Allah in Seiner Erhabenheit auch eine Tat belohnen, die nicht vollständig für Ihn gewidmet ist?

Ähnlich wie ein Tropfen Blut in einem Glas Milch, verunreinigt auch eine falsche Absicht eine an sich gute Tat.

Lasst uns darum unseren Becher gründlich reinigen, bevor wir ihn erneut füllen!

Mit der richtigen Absicht können wir Allah im Ramadan näher kommen und die zahlreichen Vorzüge erleben, die darin verborgen sind.

Vorzüge des Fastens

Gerade in einer Gesellschaft, in der viele danach trachten materielle Bedürfnisse zu übersättigen, die Not unserer Geschwister verdrängen und den wahren Glauben im Alltag vergessen, ist es wichtig sich im Ramadan auf das Wesentliche zu besinnen.

In dieser Zeit siegt der Geist über den Körper und weist ihn in seine Schranken. Wir haben Durst, aber trinken dennoch nicht. Wir haben Hunger und verzichten auf das Essen. Wir sind müde, reissen uns aber zusammen und verbringen die Nächte im Gebet. Die Großzügigkeit überwindet die Habgier. Die Augen und das Gehör wenden sich von Verbotenem ab. Die sonst so unbändige Zunge ruht vom leeren Gerede und spricht stattdessen die edelsten aller Worte.

Dies ist Ramadan und wir erhoffen uns davon Taqwa, Allahs Wohlgefallen, Seinen Segen und Vergebung.

Ramadanhilfe

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Über den Autor/en

Soufian

86er Baujahr, Social Media Fuchs mit juristischem Background, marokkanischen Wurzeln und einer starken Bindung zur Moschee. Im Community Management von muslimehelfen tätig und bietet zwischen Fans und Followern Einblicke in die Gedankenwelt eines Admins.



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