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Veröffentlicht am 26. Juni 2014 | by Nadya

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9 Ramadan-Tipps für Nicht-Muslime

Assalamu alaikum. Das ist arabisch und bedeutet Friede sei mit euch; also mit Dir und den Engeln, die Dich begleiten. Du hast bestimmt auch muslimische Arbeitskollegen, Mitschüler, Kommilitonen oder Freunde. In den kommenden vier Wochen werden sie Dir vermutlich etwas komisch vorkommen.

Sie werden in der Pause nicht mehr mit Dir über die WM reden, lehnen jede Einladung ins Kino ab, erscheinen morgens schon völlig fertig auf der Arbeit oder in der Schule, oder kämpfen mit ihrer Konzentrationsfähigkeit – besonders gegen Abend hin. Der Grund dafür ist einfach: Sie fasten. Es ist nämlich Ramadan. Hier sind neun Tipps für Dich, wie Du sie unterstützen kannst:

1) Juhu, es ist Ramadan 🙂
Viele denken bei Ramadan an Anstrengung, Quälerei und unnötigen Hunger. Wir Muslime nicht. Im Gegenteil: Wir warten elf Monate auf ihn. Du brauchst kein Mitleid mit uns zu haben und uns mit einem halben Hähnchen oder Deinem Pausenbrot und einem Liter Spezi an der Ecke abfangen. Wir fasten freiwillig, denn es gibt keinen Zwang im Glauben.

2) Glückwunsch ganz anders
Wir Muslime wünschen uns gegenseitig einen gesegneten Ramadan, bzw. Hayırlı Ramazanlar oder einfach Ramadan mubarak. Du kannst Deine Arbeitskollegen oder Mitschüler gerne zum Ramadan beglückwünschen. Er bzw. sie wird sich mit einem überraschten Strahlen in den Augen bedanken. Denn der Ramadan ist der Monat, in dem der Koran herabgesandt wurde. Wir feiern diesen Monat und freuen uns über jeden, der uns dazu beglückwünscht.

3) Du siehst echt fertig aus
Auch wenn wir uns wahnsinnig freuen, dass endlich Ramadan ist, siehst Du uns das wahrscheinlich gar nicht an. Besonders gegen Nachmittag und Abend hin sehen wir eher aus als hätten wir eine Woche nicht geschlafen, wären von einem Lastwagen überrollt worden und hätten keinen Kaffee mehr bekommen. Das liegt daran, dass wir die kurze Nacht ausgeschöpft haben, um zu beten, zu lesen und dass wir den ganzen Tag weder gegessen noch getrunken haben.

4) Wie? Du trinkst nichts?
Jupp, wir trinken auch nichts von der Morgendämmerung an bis Sonnenunteruntergang. Nein, auch kein Schlückchen, wo es so heiß ist, kein Wassereis oder Kaffee. Keine Angst, wir verdursten nicht; wir holen es beim Fastenbrechen nach. Uns geht an Essen auch nichts verloren, wir verschieben es bloß.

5) Kein Häppchen zu Mittag
Du musst nicht schockiert sein, wenn Dein Kollege oder Mitschüler in den Pausen nichts isst. Und Du musst Dich auch nicht vor ihm verstecken, wenn Du gerade genüsslich in Dein Steak oder Pausenbrot beißt, oder jedes Mal in der Ecke verstecken, wenn Du essen möchtest. Es ist okay. Kein fastender Muslim nimmt es Dir übel, wenn Du vor ihm isst. Wir fasten ja freiwillig. Übergeh einfach das Magengrummeln, das ihn oder sie begleitet und genieß Dein Essen.

6) Mittagsschläfchen – um diese Zeit?
Wenn Dein sonst so quirliger Kollege oder Mitschüler plötzlich im drei-Stunden-Takt ein zwanzig-minütiges Mittagsschläfchen hält, oder Dein Mitschüler in den Mathestunden nur noch gähnt, dann ist es völlig normal. Die Fastentage sind dieses Jahr sehr lang. Unser Körper fährt runter und wir haben nicht so viel Energie.

7) Arbeitsalltag trotz Fasten
Obwohl wir müde sind, erschöpft und unkonzentriert, geht das Leben für uns im Ramadan normal weiter. Das Fasten ist keine Entschuldigung für Nachlässigkeit, wir sind einfach nur ein bisschen langsamer als sonst. An sich ist das Fasten schon anstrengend, besonders im Sommer. Aber wir bekommen ja auch eine Belohnung von Allah dafür, vor allem wenn wir während des Fastens arbeiten, Klassenarbeiten schreiben oder auch Projekte durchführen.

8) Komm zum Essen
Unser Fastenbrechen heißt Iftar. Das ist arabisch und meint das Essen nach Sonnenuntergang. Wenn Dich Deine Kollegen oder Mitschüler zum Iftar einladen, geh ruhig hin. Das wird eine völlig neue Erfahrung für Dich. Es gibt normalerweise zuerst eine Dattel und etwas Wasser oder Milch, um den Magen nicht zu überlasten. Danach wird dann nicht geschlemmt, wie viele es sich vorstellen, und es gibt auch kein bestimmtes Essen. Denn jeder von uns hat so seine Vorlieben für ein gelungenes Iftar. Am besten findest Du es heraus, wenn Du es einfach mal ausprobierst.

9) Dein Ramadan                                            

Im Ramadan geht es darum, an sich selbst zu arbeiten, die Gemeinschaft zu stärken und anderen gegenüber gütig zu sein in Wort und Tat. Dieses Ramadan-Gefühl ist ein ganz besonderes. Lass Dich anstecken und geh einfach mal in eine Moschee zum Iftar.

Im Ramadan wird alles gut, da spenden wir am meisten, achten auf unsere Worte und Taten und danken Gott für Seine Barmherzigkeit uns Menschen gegenüber. Wir bitten Ihn um Vergebung und darum, dass Er uns unsere sehnlichsten Wünsche erfüllt. Denn im Ramadan werden unsere Bittgebete sicher angenommen.

In diesem Sinne hoffe ich, dass auch Du inschallah – das bedeutet „so Allah es zulässt“ – viel aus dieser wertvollen Zeit mitnehmen kannst und dass Du Deine Kollegen oder Mitschüler ein bisschen besser verstehst.

Einen gesegneten Ramadan euch allen!

Wassalam
Nadya

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Über den Autor/en

Nadya

ist Ägyptologin, war im Fundraising und ist jetzt für Projektadministration zuständig, interessiert sich für Menschen und Kulturen, Sprachen und Geschichte. Sie beobachtet gerne ihre Umwelt und versucht das Geschehen um sie herum von einem anderen Standpunkt aus zu sehen.



18 Kommentare zu 9 Ramadan-Tipps für Nicht-Muslime

  1. samra

    MashaAllah, eine wirklich tolle Idee! Aber ich zähle nur acht Tipps… Habt ihr einen vergessen?

    • Assalamu alaikum liebe Samra,

      vielen Dank für Dein Lob und Deinen scharfen Blick. Ich hatte in der Euphorie tatsächlich den 9. Punkt etwas unterschlagen. Das habe ich jetzt nachgetragen.

      Wassalam

      Nadya

  2. Stephan

    Aleyküm selam.

    Vielleicht solltet ihr den Titel noch anpassen, denn es sind nur acht Gründe aufgelistet. Ihr natürlich auch gerne noch einen neunten Grund anhaengen.

    In diesem Sinne: HAYIRLI SAĞLIKLI RAMAZANLAR

    • Wa alaikum salam Stephan,

      vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit. Ich hatte den letzten Punkt unabsichtlich unterschlagen; hab den Text jetzt aber aktualisiert.

      Ich wünsche Dir auch einen gesegneten Ramadan. Möge Allah ihn annehmen und uns allen helfen, an uns zu arbeiten und Ihm näher zu kommen.

      Wassalam

      Nadya

  3. Asia

    Salamu Alikum,

    sehr schöne neun Punkte. Danke hierfür, denn es hilft dabei die Fragen der Kollegen zu beantworten.
    Ramadan Mubarak an alle :-)….

    LG
    A.A

    • Wa alaikum salam liebe Asia,

      alhamdulillah, das freut mich.

      Ich wünsche Dir auch Ramadan mubarak. Inschallah wird es der beste, den Du je hattest.

      Wassalam

      Nadya

  4. Gazmir

    Danke für deine mühe! 🙂
    Du hast es super formurliert mashalllah 🙂

    Ramadan Mubarak auch von mir 🙂

    Wassalam

    • Salam alaikum Gazmir,

      vielen Dank für Dein Lob. Es freut mich, dass es so gut ankommt.

      Ramadan mubarak und inschallah wird dieser Ramadan besonders für alle Muslime.

      Wassalam

      Nadya

  5. büsra

    Asselamu aleykum, nadya

    Hast du echt schön geschrieben, danke für deine Mühe.

    Ramadan mubarak inshaAllah 🙂

    Büsra

    • Wa alaikum salam liebe Büsra,

      ich wünsche Dir auch Ramadan mubarak. Vielen Dank für Dein Lob. Inschallah hilft es ein bisschen bei gegenseitiger Toleranz.

      Möge Allah Dir das Fasten leicht machen und Dir Deine Träume und Wünsche erfüllen. Amin.

      Wassalam

      Nadya

  6. Yilmaz Günaçar

    Das in in Islam keine zwang gibt stimmt nicht so. Jeder der Muslim ist und keine wichtigen Grund hatt muss fasten. Nur jemanden zu Islam zwingen gibt es nicht.

    • Salam alaikum Yilmaz,

      ich danke Dir für Deinen Kommentar. Aber der Satz: “Es gibt keinen Zwang im Glauben”, der so im Koran steht (2:256), stimmt. Denn jedem ist es freigestellt, welche gottesdienstliche Handlung er vollzieht und welche er weglässt. Natürlich gibt es Regeln, an die sich jeder halten muss, aber die regeln unser Zusammenleben untereinander. Das ist kein Zwang. Und Allah weiß es am besten.

      Wassalam

      Nadya

  7. Erika

    Hallo Nadya,
    Danke für deinen schönen Bericht . Ich habe viel dadurch gelernt,und sehe es jetzt mal von einer interessanten neuen Seite. Ramadan Mubarak asisam
    Erika

    • Salam alaikum liebe Erika,

      vielen Dank für Dein Lob. Es freut mich, dass Dir unser kleiner Erklärungsversuch geholfen hat. Inschallah geht es noch vielen anderen so. Der Ramadan ist eine segenvolle Zeit für alle Menschen. Die meisten wissen es nur leider nicht.
      Ich wünsche Dir auch einen gesegneten Ramadan. Möge Allah Deine Wünsche und Träume erfüllen. Amin.

      Wassalam

      Nadya

  8. Um Ishaq

    As Salamu ‘alaykum, MaschaAllah, gefällt mir sehr !

    Sehr schön formuliert. 🙂 Weiterhin, Ramadan Karim.

    Salamu ‘alaykum

    • Wa alaikum salam liebe Um Ishaq,
      alhamdulillah, es freut mich, dass Dir die Tipps gefallen. Inschallah helfen sie dabei, Missverständnisse abzubauen.
      Ich wünsche Dir und Deiner Familie auch einen Ramadan karim. Möge Allah Dir Deine Wünsche erfüllen und Dich beschützen.

      Wassalam
      Nadya

  9. Selma

    Salam,
    ich finde es nicht richtig, zu sagen, Muslime feiern Ramadan. Wir feiern das Fest am Ende des Ramadan, den Ramadan selbst begehen wir. Warum sollen wir uns beglückwünschen, weil Ramadan ist? Ist doch nicht unser Verdienst. Und Ramadan ist nicht wie Weihnachten. Unser Verdienst ist es, den Ramadan, der oft entbehrungsreich ist, geschafft zu haben, mit Gottes Hilfe. Nichtmuslime sollten uns lieber: Einen guten Ramadan, wünschen.
    Wassalam
    Selma

    • Wa alaikum salam liebe Selma,
      Ramadan mubarak für Dich und Deine Familie. Möge Allah eure Gebete, euer Fasten und eure Absichten annehmen.
      Vielen Dank für Deine Sichtweise. Ich verstehe und respektiere Deinen Einwand. Aber der sprachliche Ausdruck liegt im Ermessen des Einzelnen. Für Dich mag der Ausdruck “Ramadan feiern” unangemessen sein, sprachlich gesehen ist es aber richtig. Aber “feiern” hat nicht unbedingt etwas mit “zelebrieren” zu tun, sondern kann auch – wie in diesem Fall – meinen, dass man eine Zeit ehrt oder auch als etwas Besonderes anerkennt.
      Du musst mir nicht zustimmen.
      Ich wünsche Dir und Deinen Lieben gesegnete letzte zehn Tage.
      Wassalam
      Nadya

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