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Veröffentlicht am 18. Juli 2014 | by mh-Redaktion

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15 Praktische Tipps für die letzten zehn Tage des Ramadan


Die letzten zehn Tage bzw. Nächte im Ramadan haben im Islam eine besondere Bedeutung. Darüber sollten wir Muslime uns bewusst sein. In dieser Zeit haben wir eine der wenigen außerordentlichen Möglichkeiten, Allah noch besser zu dienen. Gleichzeitig können wir unseren Glauben und unsere Gottesfurcht steigern. Das geschieht vor allem durch die vermehrten Gottesdienste und dadurch, dass wir den Koran lesen.

In den letzten zehn ungeraden Nächten liegt auch die Lailatul Qadr, die Nacht der Bestimmung. Sie wird im Koran als „besser als tausend Monate“ (97:3) bezeichnet. Jede gottesdienstliche Handlung und gute Tat, die in dieser Nacht durchgeführt wird, ist bedeutender und wird mehr belohnt, als dieselben Anstrengungen außerhalb dieser Zeit. Ist das für einen Gläubigen nicht Motivation genug?

Hier sind 15 Tipps, die Du leicht in den letzten zehn Tagen umsetzen kannst:

1. Iftar mit Deiner Familie
Es kann vorkommen, dass Du unter der Woche keine Zeit für ein gemeinsames Iftar mit Deiner Familie findest; z.B., weil Du auf der Arbeit viel zu tun hast, oder durch irgendwas anderes. Dann solltest Du wenigstens in den letzten zehn Tagen des Ramadan versuchen, mit Deinen Kindern und Ehepartnern oder Eltern gemeinsam Iftar zu machen. Überhaupt solltest Du das letzte Drittel des Ramadan nutzen, um mit Deiner Familie zusammen zu sein.

2. Gemeinschaftsgebet in der Moschee
Wenn Deine Kinder und Dein Ehepartner oder Deine Eltern die Gemeinschaftsgebete in der Moschee verpasst haben, weil sie niemanden hatten, der sie dorthin fährt, dann nimm Du sie alle mit.

3. Lies die Sira des Propheten (s) zu Ende
In der Biografie des Gesandten Allahs (s), der Sira, erfährst Du, was für ein bemerkenswerter Mensch er war. Du liest, wie sehr er sich allein um Allahs Willen für den Islam eingesetzt hat. Du kannst die Sira als Grundlage nehmen, Dich in den letzten zehn Tagen noch mehr anzustrengen. Denn sie lehrt Dich, dass Opferbereitschaft in der muslimischen Gemeinschaft sehr wichtig ist.

4. Koran rezitieren
In der Lailatul Qadr begann die Offenbarung des Koran. In dieser Zeit solltest Du Dir verstärkt die Erläuterungen und Übersetzungen der Suren durchlesen, die Du oft im Gebet liest. Diese Zeit ist jedenfalls eine ideale Gelegenheit für Dich, Dich auf ganz vielfältige Art mit dem Koran zu beschäftigen.

Lies nicht nur kurze Suren bzw. die, die Du bereits kennst. Versuch die Gebete, die Du allein betest, länger, tiefer und intensiver zu machen. Wenn Du nur kurze Suren kennst, lies vorher die Übersetzung und Kommentare dazu. Dann verrichte Deine Gebete und denk üer die Botschaft dieser Suren nach.

So kannst Du Deine Konzentration im Gebet fördern und Du verbringst Deine Zeit vor dem Gebet schon in Gedanken daran. Dies hilft Dir inschallah auch bei den anderen täglichen Gebeten, in denen viele von uns unruhig und/oder leicht abgelenkt sind.

5. Nimm am Dua al-Khatm teil
Wenn der Koran in der Moschee einmal vollständig durchgelesen wurde, wird dort üblicherweise das Dua al-Khatm, das Abschlussdua, wenn der Koran einmal komplett gelesen wurde. In manchen Moscheen wird der Koran auch in den Gebeten komplett gelesen. Oder der Koran wird in einer der ungeraden Nächte der letzten zehn Tage beendet. Dann solltest Du mit Deiner Familie an diesem Gebet teilnehmen. So hörst Du auch das Dua al-Khatm und kannst Dich daran beteiligen.

6. Duas auswendig lernen
Versuch den Ramadan auch zu nutzen, um Duas auswendig zu lernen. Die Duas müssen nicht sehr lang sein. Es reicht schon, wenn sie nur eine Zeile lang sind. Achte aber darauf, dass du ihre ungefähre Bedeutung kennst.
Du kannst Dir die Duas auf Karteikärtchen schreiben und sie tagsüber bei Dir tragen. So kannst Du sie immer wieder herausholen und versuchen sie Dir zu merken. Am Abend kannst Du sie dann auswendig gelernt laut aufsagen.

7. Plan Dein nächstes Jahr
Nachdem Du mit Dir selbst abgerechnet hast, solltest Du Dir nun Deine Ziele für die nächsten zwölf Monate überlegen. Die Lailatul Qadr bietet sich dafür besonders an, Du musst Dich dabei auch nicht in Deiner Ibada in dieser Nacht einschränken. Im Gegenteil, Du kannst Dich dann viel mehr darauf konzentrieren.

8. Deine persönliche Dua-Liste
Überleg einmal kurz, worum Du Allah bitten möchtest, was Du Dir aus tiefstem Herzen wünschst. Stell Dir eine Liste von Punkten zusammen, ganz gleich ob sie sich auf Dein Diesseits oder Dein Jenseits beziehen. Schreib alles auf, selbst wenn es Dir noch so gering ercheinen mag. Denn Allah liebt es, wenn wir Ihn um etwas bitten, selbst wenn es für uns nur eine „Kleinigkeit“ ist. Wenn Du mit Deiner Liste fertig bist, kannst Du

* Allah bitten, dass Er dir Deine Wünsche erfüllt.
* darüber nachdenken, was Du machen musst, damit sie sich erfüllen.

9. Erstelle eine Liste für die Lailatul Qadr
Erstell Dir eine Checkliste für die Lailatul Qadr. Sie sollte Dein Leitfaden für all das sein, was Du Dir für diese  Nacht vorgenommen hast. Wenn Du Dir alle Stichpunkte notiert hast, ordne sie entsprechend ihrer Wichitgkeit. Die Liste wird Dir helfen, Deine Zeit nicht unnötig zu vergeuden.

10. Rechne mit Dir selbst ab
Rechne mit Dir selbst ab. Überleg, an welchem Punkt Du gerade im Leben stehst, islamisch gesehen. Und überleg, was Du in Deinem Leben noch erreichen möchtest. Wonach strebst Du? Wenn Du darüber nachdenkst, wie viel Gutes Du in Deinem Leben bereits erfahren hast, dann dank Allah dafür. Darüber kannst Du Dich freuen. Wenn Dir Deine Fehltritte und Sünden einfallen, dann bereu sie aus tiefstem Herzen. Dann ist es leicht, Allah um Vergebung zu bitten und Deine Duas zu sprechen.

11. Vergebung Deiner Sünden
Bitte Allah in den Nächten des letzen Drittels des Ramadan besonders auch darum, dass Er Dir Deine Sünden vergibt und sie Dir löscht. Denn Prophet Muhammad (s) hat gesagt: „… Und wer immer – aus dem Glauben heraus und aus der Hoffnung auf den Lohn Allahs – die Lailatul Qadr im Beten verbringt, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“ (Bukhari und Muslim).

12. Tahajjud-Gebet
Verrichte ein freiwilliges Gebet kurz bevor Du Sahur machst. Es sind nur zwei Rak’at, also von der Länge her wie das Morgengebet. Der Gesandte Allahs (s) hat über dieses Gebet gesagt: „Wer immer in der Lailatul Qadr aus reinem Glauben und in der Hoffnung auf Allahs Lohn betet, dem werden alle seine vergangenen Sünden vergeben.“. Also nutz die Gelegenheit und schließ an Dein Gebet noch ein ausgedehntes Dua an, in dem Du Allah um alles bittest, was Dir auf dem Herzen liegt.

13. Spezielles Dua
Es gibt ein besonderes Bittgebet für die Lailatul Qadr, das Du sprechen kannst. Aischa (r.a.), die Frau des Propheten (s), fragte einmal den Gesandten Allahs (s): „‘O Gesandter Allahs, wenn ich weiß, wann die Lailatul Qadr ist, was sollte ich dann in ihr sagen?’ Er sagte: ‘Sprich: ‚Allahumma innaka ’afuwwun tuhibbul ‘afwa fa’fu ‘anni – O Allah, Du bist der Vergebende, und Du liebst die Vergebung. So vergib mir.‘” (Ahmad, Ibn Madscha und Tirmidhi).

14. Lange, aufrichtige Duas
Die beste Zeit für Deine Duas, die Du aus tiefstem Herzen sprichst, ist im letzten Drittel der Nacht. Abu Huraira (r.a.) übermittelte folgenden Hadith: „Der Gesandte Allahs (s) sagte: ‚Unser Herr, Segensreich und Erhaben sei Er, kommt jede Nacht, und zwar im letzten Drittel zum unteren Himmel hinunter und sagt: ‚Wer ruft Mich an, damit Ich ihn erhöre? Und wer verlangt (etwas) von Mir, damit Ich es ihm gebe? Und wer bittet Mich um Verzeihung, damit Ich ihm verzeihe?’“ (Muslim und Buhari).

Das letzte Drittel der Nacht wäre z. B. ca. eine Stunde vor dem Sahur. Wenn Du früh aufstehst, kannst Du Allah um all das bitten, was Du Dir wünschst und erlaubt ist. Entweder Du sprichst Dein Dua mit dem Wortlaut des Gesandten Allahs (s) oder eines anderen Propheten (a.s.), oder Du formulierst Deine Wünsche in Deiner Muttersprache. Allah erhört Deine Bittgebete, wenn Du sie aufrichtig sprichst und Du auch überzeugt davon bist, dass Er der Einzige ist, Der sie Dir erfüllen kann.

15. Itikaf
Vielleicht kannst Du ja die gesamten letzen zehn Tage des Ramadan im Itikaf verbringen. Zehn Tage und Nächte in der Moschee einmal im Jahr werden Dich innerlich stärken. Deine Seele wird diese Zeit genießen, die Du mit Dhikr, Gebeten, Koranlesen u.ä. verbringst.

So folgst Du auch dem Beispiel des Gesandten Allahs (s). Du bleibst die ganze Zeit in der Moschee und konzentrierst Dich auf Allah durch vermehrte Gebete und viel Koran. Zum Itikaf gehört auch, dass Du – außer in Notfällen – die Moschee nicht verlässt und während des Itikaf dort schläfst. In der Moschee gibt es normalerweise auch Essen für Dich, wenn Du Dich dorthin zurückgezogen hast.

Dein Itikaf muss nicht unbedingt die ganzen zehn Tage dauern. Du kannst auch nur eine Nacht in der Moschee verbringen.

Prophet Muhammad (s) hatte sich gerade in den letzten Tagen des Ramadan besonders angestrengt in seiner Hingabe zu Allah, dem Erhabenen. Er (s) sagte: „Wer in der Lailatul Qadr mit (festem) Glauben und in der Hoffnung auf Belohnung betet, dem werden all seine vorherigen Sünden vergeben.“ (Buchari und Muslim).

Wir möchten dich darum bitten, in dieser besonderen Zeit nicht zu vergessen, für die Bedürftigen und Unterdrückten in dieser Welt und für die Arbeit von muslimehelfen Dua zu machen! Möge Allah uns alle befähigen, uns noch mehr anzustrengen. Und inschallah wird unser Glaube dadurch noch tiefer. Möge Allah unsere Ibada und unsere Hingabe im Ramadan, besonders in den letzten zehn Tagen, annehmen. Amin.


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mh-Redaktion

Die Redaktion von muslimehelfen berichtet regelmäßig über die Arbeit von muslimehelfen. Informationen zu den Projekten und Kampagnen, aber auch Wissen & Tun Artikel werden im Namen der mh-Redaktion verfasst.



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